Kreis Heinsberg - Tauben-Wettbewerbe ähneln Formel-1-Rennen

Tauben-Wettbewerbe ähneln Formel-1-Rennen

Von: cbo
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Tipps vom Fachmann: Die Nachwuchszüchter Juliane Plum (l.), Torsten Schlösser, Manuel Tholen und Marian Immeln (v. r.) folgten aufmerksam den Ausführungen des erfahrenen Züchters Theo Vollmer. Foto: Sommer

Kreis Heinsberg. Es herrschte große Vorfreude in der Granterather Mehrzweckhalle. Zwölf begeisterte Nachwuchs-Taubenzüchter hatten sich im Rahmen des Jugendtages vom Regionalverband 411 Grenzland West versammelt, um von Theo Vollmer, dem Viertplatzierten der Deutschen Verbandsmeisterschaft bei den Jungtauben, Wissenswertes über die Aufzucht von Tauben zu erfahren.

 Gebannt folgten die Jugendlichen den Ausführungen von Vollmer, der auf diesem Gebiet als Vorbild gelten darf. „Im April beginnen wir mit den ersten Vorflügen von rund 40 Kilometern. Anschließend kommen die Altflüge über 650 Kilometer. Im Sommer sind dann die Jungflüge an der Reihe mit einer Distanz von bis bis zu 300 Kilometern“, erklärte Vollmer.

„Werden eigentlich Weibchen und Männchen getrennt?“ So lautete eine der Fragen an den erfahrenen Züchter von der RV Baesweiler. „Wir dürfen sie nicht trennen, wenn die Geschlechtsreife noch nicht stattgefunden hat“, gab Theo Vollmer Auskunft.

„Seit zwölf Jahren mache ich Taubenzucht. Es ist zwar sehr zeitaufwendig, doch weiterhin meine Leidenschaft“, so Torsten Schlösser, der sich bei der Jugendausstellung den ersten Platz sicherte. „Ich bin auch seit zwölf Jahren dabei. Bei mir hat sich der Virus durch die Familie übertragen“, gab Marian Immeln Auskunft. Bei Manuel Tholen entstand die Begeisterung dadurch, dass er im Garten eine Taube gefunden hatte.

„Die traditionelle Flugschulung beginnt für die Jungtauben am Haus. Dann werden Flüge von rund zehn bis 20 Kilometern gemacht, bevor mit den eigentlichen Vorflügen begonnen wird“, wusste Torsten Schlösser zu berichten. Theo Vollmer ergänzte, dass es besonders schwierig sei, die Tauben in dicht besiedelten Wohngebieten an die ersten Flüge zu gewöhnen. Es sei viel Toleranz der Nachbarn vonnöten, damit die Tiere sich ungestört ihre ersten Sporen in der Luft verdienen könnten.

Als richtiger Tauben-Experte erwies sich Torsten Schlösser. Bis zu 125 Kilometer in der Stunde können die Tauben nach seinen Ausführungen fliegen. Bei ihren Flügen seien die Tauben mit Chipringen ausgestattet, auf denen die Telefonnummer der Besitzer notiert sei. So sei gewährleistet, dass die Tiere wiedergefunden würden, falls sie sich verirren würden. Bei ihren Flügen orientierten sie sich am Magnetfeld der Erde und würden bei ihrer Rückkehr am Heimatschlag durch ein Zeiterfassungssystem gespeichert.

Damit das Hobby auch Erfolge bringt für die Nachwuchszüchter, müssen die Tauben entsprechend gefüttert werden, damit sie sich für den späteren Wettkampf in bester Form befinden. Laut Torsten Schlösser ähnelt diese Ausscheidung den Rennen in der Formel 1. Daher würden nur die Tauben gewinnen, die in der Endabrechnung die beste Gesamtleistung abgeliefert hätten. Auf insgesamt 14 Touren müssten sich die Züchter mit einer Taube in der Liste platzieren.

Für die drei begeisterten Nachwuchs-Taubenzüchter steht jedenfalls fest, dass ihr Hobby sie noch lange begleiten wird, obwohl – insgesamt gesehen – die Mitgliederzahlen rückläufig sind.

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