Tagesmütter werden pro Stunde bezahlt

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Kreis Heinsberg. Ab 1. April gelten für Tagesmütter oder auch -väter neue Regelungen in Bezug auf die Geldleistungen, die ihnen für ihre Arbeit gezahlt werden.

Mit großer Mehrheit hat sich Jugendhilfeausschuss für die neuen Leitlinien für die Kindertagespflege im Kreisjugendamtsbezirk Heinsberg ausgesprochen. Diese seien auch mit den übrigen, städtischen Jugendämtern abgesprochen und hätten daher kreisweit Gültigkeit, betonte Hans-Jürgen Oehlschläger, Leiter des Kreisjugendamtes.

Wesentlicher Unterschied zu den bisher gezahlten Geldleistungen ist, dass die Arbeit künftig stundengenau entlohnt wird, in vier verschiedenen Qualifikationsstufen. Stufe 1 (2,10 Euro pro Stunde und Kind) gilt mit Qualifikation - etwa durch den Basiskurs der VHS und einen Kurs in Erster Hilfe - für die Betreuung bestimmter Kinder im familiären Umfeld, Stufe 2 (3,00 Euro) bei gleicher Qualifikation für die Betreuung von bis zu fünf Kindern.

Stufe 3 (3,50 Euro) erfordert darüber hinaus zwei Jahre Erfahrung, Stufe 4 (4,20 Euro) weitere zwei Jahre Erfahrung. Die Staffelung der Geldleistungen solle einen Anreiz schaffen zur weiteren Qualifikation bei der Tätigkeit in der Tagespflege, erklärte Michael Steinhäuser vom Jugendamt.

Für die Betreuung am Wochenende sowie in der Zeit von 19 bis 7Uhr werden Zuschläge (ein Euro pro Stunde) gezahlt. Darüber hinaus erhalten die in der Tagespflege tätigen Personen eine Erstattung für eine Unfallversicherung sowie bei einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit Zuschüsse zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

Höhere Belastung des Haushalts

Friedhelm Sieben stellte die Situation für die Betreuung von Kindern im Alter unter drei Jahren in den Tageseinrichtungen vor. 2009/2010 wird die Zahl der Plätze kreisweit um 58 auf 235 steigen. Damit erreiche man eine Bedarfsdeckung von 14 Prozent. Angestrebt wird eine Versorgungsquote von 35 Prozent. 2010 und 2011 sollen jeweils 120 weitere Plätze entstehen, im Jahr darauf nochmals 100. Dies bedeute auch eine deutlich höhere Belastung des Haushalts. Die Gruppenform eins, in der 20Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung betreut würden, entwickele sich zur Standardform, führte er weiter aus. Zu beobachten sei zudem die Tendenz zu längeren Betreuungszeiten für die Kinder. Einstimmig gab der Ausschuss in diesem Zusammenhang eine Absichtserklärung ab, den Christlichen Elternverein in Frelenberg in Zukunft bei Umbau- und Sanierungsmaßnahmen unterstützen zu wollen.

Vertagt wurde eine Entscheidung zum weiteren Ausbau von Tageseinrichtungen zu Familienzentren. Mit den Einrichtungen, die sich für eine entsprechende Weiterentwicklung beworben haben, soll zunächst nochmals Rücksprache gehalten werden. Dabei sollen vor allem die aktuellen Engpässe bei den Kooperationspartnern für Familienzentren, insbesondere bei den Erziehungsberatungsstellen, diskutiert werden.

Analog zu den Regelungen in Tageseinrichtungen sprach sich der Ausschuss für eine Geschwisterkind-Befreiung in der Richtlinie zur Übernahme von Elternbeiträgen im Rahmen der Offenen Ganztagsschule aus. Demnach werden die Beiträge für das zweite und jedes weitere Kind künftig übernommen, wenn mehr als ein Kind einer beitragspflichtigen Person gleichzeitig eine Tageseinrichtung oder Offene Ganztagsschule besucht. Bei unterschiedlich hohen Beträgen ist dann jeweils der höchste Beitrag zu zahlen.
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