Tageseltern wollen eingebunden sein

Von: Renate Kolodzey
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Zusammenkunft in Geilenkirchen: Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und Mats, das Netzwerk für Tagesmütter und -väter im Kreis Heinsberg, tauschten sich im Bürgertreff aus. Foto: Renate Kolodzey

Kreis Heinsberg. „Kinder sind unser höchstes Gut“, heißt es, und für Eltern ist es wichtig, ihre Sprösslinge in guten Händen zu wissen, wenn sie nicht bei ihnen sein können. Kitas sowie Tagesmütter und -väter leisten dazu wertvolle Beiträge.

Conny Banzet, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im SPD-Ortsverein (OV) Geilenkirchen, begrüßte kürzlich zahlreiche Gäste im Geilenkirchener Bürgertreff, insbesondere Mitglieder von Mats, dem Netzwerk für Tagesmütter und -väter im Kreis Heinsberg, und dessen Vorsitzende, Waltraud Große, außerdem Ilse Lüngen, Vorsitzende des AsF-Kreisverbandes Heinsberg, Anneliese Wellens, AsF-Vorsitzende im SPD-Ortsverein Heinsberg, sowie Landtagskandidat Christoph Grundmann.

Waltraud Große stellte den 2012 gegründeten Verein vor: „Mitglied bei uns können alle aktiven Tagesmütter und -väter werden.“ „Mats“ stehe für „motiviert – aktiv – Tageseltern – solidarisch“. Man tausche Ideen aus, nehme Kontakt zur Politik auf, organisiere Fachtagungen und lasse sich von Referenten beraten.

Ilse Lüngen führte aus, der Rechtsanspruch für Kinder vom ersten bis sechsten Lebensjahr auf einen Platz in einer Kita gelte auch für solche unter einem Jahr, wenn die Eltern arbeiten würden oder arbeitsuchend seien. Stünden keine Plätze zur Verfügung, könnten die Eltern ihren Verdienstausfall bei den Kommunen einklagen. Auch dürften sie, wenn kein geförderter Platz angeboten werde, die Betreuung ihres Kindes privat organisieren und die Kosten von der Kommune zurückverlangen.

Problematisch sei, so Lüngen weiter, dass derzeit viele Kita-Plätze fehlen würden, so in Geilenkirchen 149. Eine Möglichkeit wäre, dies mit Tagesmüttern zu kompensieren. Da jede von ihnen jedoch höchstens fünf Kinder betreuen dürfe, bräuchte man allein in Geilenkirchen 30 zusätzliche Kräfte.

Es entspann sich eine rege Diskussion. Eva-Maria Piez, Tagesmutter aus Übach-Palenberg, merkte an, dass gerade im Kreis Heinsberg die Frauenbeschäftigung äußerst gering sei, was sich auf die Rente auswirke und später die Kommunen belaste.

Carmen Lubberich, die stellvertretende Vorsitzende der AsF in Geilenkirchen, wies darauf hin, dass Firmen Landeszuschüsse bekämen, wenn sie die Betreuung von Kindern ihrer Angestellten ­anböten. Eine Kombination mit der Wirtschaftsförderung sei sinnvoll.

Große stellte klar: „Wir wünschen uns ein Eingebundensein in die Betreuungslandschaft, sehen uns nicht als Konkurrenz für Kitas. Mit dem Jugendamt Geilenkirchen arbeiten wir sehr gut zusammen.“ Eine Studie aus dem Jahr 2012 über Kinder in Kitas und bei Tageseltern habe ergeben, dass es in der Qualität keine Unterschiede gebe.

Mats sei nicht im Jugendhilfeausschuss, bedauerten viele. Grundmann erklärte, die von ihm geführte SPD-Ratsfraktion in Geilenkirchen werde einen Antrag stellen, Mats demnächst dorthin einzuladen.

Lüngen bekräftigte: „Tageseltern sollten in den Bereich der Jugendhilfe mit eingebunden und ihre Arbeit in den Ausschüssen transparenter dargestellt werden. Wünschenswert wäre ein Austausch zwischen Tageseltern, politischer Ebene und Jugendhilfe-Verwaltung kreisweit, beispielsweise durch Fachtagungen.“

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