Erkelenz - Tage der Oberlinger-Orgel sind gezählt

Tage der Oberlinger-Orgel sind gezählt

Von: hewi
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Orgel
Vor 33 Jahren hatte St. Lambertus rund 290 000 Euro für das Instrument auf den Tisch gelegt, das sich als Fehlkonstruktion erwies. Foto: Koenigs

Erkelenz. Die Tage der maroden Oberlinger-Orgel in der Pfarrkirche St. Lambertus sind gezählt. Wie Pfarrer Werner Rombach im Rahmen eines Gottesdienstes mitteilte, habe man mit der belgischen Gemeinde Saint Nicolas in La-Roche-en-Ardenne einen Abnehmer für die Orgel gefunden.

Rund 130 000 Euro seien die Belgier „nach zähen Verhandlungen” bereit gewesen, für die Orgel zu zahlen, die den Erkelenzern schon länger ein Dorn im Auge ist. Denn „die Orgel ist ein Groschengrab”, hatte Rombach schon bei der Vorstellung des Orgelbauvereins erklärt, der sich zur Aufgabe gemacht hat, einen großen Teil der benötigten Summe für einen Orgelneubau aufzutreiben.

Ein Neubau kostet zwar nach Angaben des Mönchengladbacher Orgelbauunternehmens Scholz rund 1,1 Millionen Euro, ist aber immer noch preiswerter als die Sanierung der Oberlinger-Orgel, die mit rund 330 000 Euro zu Buche schlagen und rund zehn Jahre Bestand haben würde. Darüber hinaus hatte sich kein Orgelbauer bereit erklärt, die Sanierung durchzuführen. Von der stattlichen Summe, die die neue Orgel mit 49 Registern kosten soll, muss die Pfarrgemeinde rund 880 000 Euro in Eigenleistung aufbringen. Mit einem derzeitigen Spendenvolumen von rund 40 000 Euro ist man davon aber noch weit entfernt, wie auch Kantor Stefan Emanuel Knauer betont.

Die neue Orgel soll auf einer Empore unter dem Lambertiturm stehen. Wenn die Verträge von den Belgiern unterschrieben sind, soll Mitte März mit dem Abbau der Oberlinger-Orgel begonnen werden. Den Abbau und den Transport der Orgel werden auch die Belgier bezahlen. Dass sie überhaupt so viel Geld für die Orgel auf den Tisch legen, liegt nicht daran, dass man dort keine Ahnung von Kirchenmusik hat.

Vielmehr handelt es sich bei Saint Nicolas um eine sehr weitläufige Kirche. Daher werde ein Instrument gebraucht, das den Gesang der Gemeinde unterstützen und auch den großen Raum füllen kann. Das ist mit der stimmgewaltigen Erkelenzer Oberlinger-Orgel möglich. Sie jedoch als Konzertorgel für hochwertige Konzerte, wie das in Erkelenz als ausgewiesener kirchenmusikalischen Schwerpunktgemeinde geschehen, zu nutzen, ist nicht vorgesehen. Genau das ist der Grund, weshalb sich St. Lambertus in Erkelenz von der Orgel trennt und Saint Nicolas in La-Roche-en-Ardenne sie kauft.

Bis die neue Orgel gebaut werden kann, muss man sich in Erkelenz mit einer Behelfslösung arrangieren. Für den Übergang soll zuerst ab März oder April eine elek-tronische Kirchenorgel ihren Dienst in St. Lambertus verrichten, die man leihweise erhält. Bis Jahresende soll dann eine historische Chororgel von dem Erlös aus dem Oberlinger-Verkauf angeschafft werden. Denn bis das Geld für den Orgelneubau da ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Projekt „Pfeifen-Patenschaften” begonnen werden. Auch Wandkalender mit Motiven aus dem Erkelenzer Land wurden zum Jahresanfang für die neue Orgel verkauft.

Die Erkelenzer seien nicht die Einzigen, die Probleme mit ihrer Oberlinger-Orgel hatten. So wusste Rombach von ähnlichen Problemen aus Düsseldorf, Amberg, Aachen und Jerusalem zu berichten. Vor 33 Jahren hatte die Pfarrgemeinde umgerechnet rund 290 000 Euro für die Orgel auf den Tisch gelegt, bei der es sich nach einhelliger Meinung um eine Fehlkonstruktion handelt. Die baulichen und funktionalen Mängel zu beheben, kostet im Jahr rund 10 000 Euro. Dazu kommt das bestehende Risiko, dass das Instrument auch kurzfristig sogar wvöllig streikt.


Der Orgelbauverein hat ein Spendenkonto eingerichtet: Konto 140 197 8836 bei der Kreissparkasse Heinsberg, Bankleitzahl 312 512 20.
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