Tag des Schlaganfalls im Heinsberger Kreishaus

Von: jwb
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Tag des Schlaganfalls im Heinsberger Kreishaus: Dr. Karl-Heinz Feldhoff, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, eröffnete den Reigen der Vorträge im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Foto: Bindels
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Eine informative Ausstellung ergänzte das Programm beim Tag des Schlaganfalls im Heinsberger Kreishaus. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Mehr als 270.000 Menschen erleiden jedes Jahr einen Schlaganfall in Deutschland. Im Kreis Heinsberg sind von der dritthäufigsten Todesursache jährlich 125 Menschen betroffen. Viele Besucher kamen zum Tag des Schlaganfalls ins Heinsberger Kreishaus.

Informationen zu den Fragen, wie es um die medizinische Schlaganfallversorgung im Kreis bestellt ist und welche Folgen der Schlaganfall für die Patienten haben kann, aber auch wie Vorsorge getroffen werden kann, gab es beim Tag des Schlaganfalls im Heinsberger Kreishaus von Ärzten, Therapeuten, Juristen und dem Gesundheitsamt. Eingeladen hatte als Veranstalter das interdisziplinäre Therapeutenteam Hand in Hand in Kooperation mit der Gesundheitskonferenz und mit Unterstützung unter anderem der AOK Rheinland/Hamburg.

Neue medizinische Notfallmappe

Dr. Karl-Heinz Feldhoff, der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, stellte die neue medizinische Notfallmappe des Kreises Heinsberg vor. Sie ergänzt die Vorsorgemappe und soll für den Krankheitsfall persönliche Daten, Medikamentenliste, Diagnoseunterlagen und vor allem die Patientenverfügung enthalten. Die Mappe konnte in gedruckter Form an diesem Tag von interessierten Bürgerinnen und Bürgern gleich kostenfrei mitgenommen werden. Sie steht aber auch auf der Homepage des Kreises (www.kreis-heinsberg.de) zum Download zur Verfügung.

Für die Versorgung der Menschen im Kreis Heinsberg stehen laut Feldhoff ab Herbst am Standort Erkelenz neben den bisherigen 55 Betten in der Geriatrie (plus zehn Betten in der Tagesklinik) weitere 40 Betten in der Neurologie (plus vier Betten für die Stroke Unit, Spezialeinheit für Schlaganfallbehandlung) zur Verfügung; ergänzt um die vier Betten für Palliativmedizin mit der Kooperation im Krankenhaus Heinsberg.

Hilfreich für die vielen Interessenten waren Feldhoffs Ausführungen zu den Verhaltensregeln im Falle eines Schlaganfalls. Sehstörungen, Schwindel, Lähmungen und Sprachstörungen seien Anzeichen für einen möglichen Schlafanfall. Wichtig sei ebenfalls bei der Notfallmeldung die genaue Adressbeschreibung und was geschehen sei. Die Notfallmappe mit der Patientenverfügung sowie die Vorsorgemappe mit der Vorsorgevollmacht sollten bereitgehalten werden, wenn der Patient nicht mehr ansprechbar sei.

Zum Thema Vorsorgevollmachten erläuterte Rechtsanwalt Hans-Oskar Jülicher deren Bedeutung für Patienten und Angehörige. Damit die Vollmachten gegenüber medizinischen Einrichtungen, aber auch bei Banken und Behörden wirksam werden könnten, gab Jülicher die notwendigen Hinweise.

Informationen zum vorbeugenden Verhalten gab aus medizinischer Sicht Dr. Andrijana Dedic. Die Fachärztin stellte die Zusammenhänge zwischen Schlaganfall und Ernährung dar und gab praktische Hinweise für eine gesunde Ernährung, die das Risiko für einen Schlaganfall senken könne.

Der Chefarzt der Inneren Medizin am Heinsberger Krankenhaus, Dr. Jürgen Minartz, schilderte, wie wichtig es sei, dass mit der Patientenverfügung und mit der Vollmachtserteilung die Entscheidungsfindung erleichtert werde und eindeutig bestimmt werden könne, was und in welchem Umfang die Mediziner tun sollten nach einem Schlaganfall.

Im weiteren Verlauf dieses Nachmittags referierten Dr. Christian Isensee, Chefarzt der Neurologie am Erkelenzer Krankenhaus, über die Akutbehandlung des Schlaganfalls sowie Dr. Achim Dohmen, Chefarzt der Orthopädie am Geilenkirchener Krankenhaus, über orthopädische Erkrankungen und deren Prävention bei Schlaganfallpatienten.

Beratung in der Ausstellung

Auf den Fluren des Kreishauses hatten die Besucher die Gelegenheit, sich bei einer Ausstellung von Sanitätshäusern, Selbsthilfeinitiativen, Orthopädietechnikern, Hausnotrufdiensten oder Anbietern gesunder Ernährung beraten zu lassen. Dem Therapeutenteam mit den Ergotherapeutinnen Nicole Kroes und Esther Müller und den Logopädinnen Sylvia Vluggen und Zilan Holtmann war eine hochinteressante Veranstaltung gelungen, wie die große Zahl der Besucher belegte.

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