Suchtforum: Stärkere Vernetzung und Kooperation wird angestrebt

Von: hl
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Diskussion beim Hückelhovener Suchtforum: Klaus-Peter Schwabe, Siegfried Pfankuche-Klemenz, Martina Pietras, Marlies Trapp, Helga Troiber-Geller, Hartmut Schuck und Ralf Schwarzenberg (v.l.n.r.). Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Kinder sind unsere Zukunft. Und deshalb müssen wir, die Erziehungsberechtigten, die für die Kinder Verantwortlichen, die Gesellschaft insgesamt etwas tun, damit Kinder diese Zukunft auch wirklich sein können”, so Bürgermeister Bernd Jansen in seinem Grußwort zum vierten Hückelhovener Suchtforum „Hilfen für abhängige Eltern - Grenzen und Möglichkeiten der Suchtbehandlung”.

Zu dieser Tagung eingeladen hatte die Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen in Trägerschaft von Caritas und Diakonie, deren Leiterin Marlies Trapp in ihrer Einführung wichtige Aspekte benannte, mit denen Kinder in suchtbelasteten Familien zu tun haben; es komme darauf an, Kinder so zu unterstützen, dass sie psychische Widerstandskräfte entwickeln könnten.

Nach Praxisberichten aus Fachkliniken für alkoholabhängige Frauen und für Frauen, die von illegalen Substanzen abhängig sind, beschäftigte sich eine Podiumsdiskussion mit der Arbeit der Fachkräfte aus den ambulanten und stationären Bereichen an den Schnittstellen zwischen Sucht- und Jugendhilfe. Dabei ging es nicht so sehr um Fragen der Theorie, sondern um die Praxis.

Zu Beginn der Podiumsdiskussion referierte Ralf Schwarzenberg, Leiter des Jugendamtes in Hückelhoven, sachkundig und kenntnisreich zum Thema „Schutzauftrag des Jugendamtes bei Kindeswohlgefährdung”. Er beschrieb eingangs das Dilemma, in dem sich das Jugendamt als öffentlicher Träger der Jugendhilfe befinde, nämlich einerseits als Dienstleister dem Anspruch der Erziehungsberechtigten auf Leistungen der Jugendhilfe gerecht zu werden, andererseits aber auch über das Recht und die Pflicht der Erziehung durch die Eltern im Sinne des Grundgesetzes zu wachen.

Nach der Beschreibung der rechtlichen Grundlagen für die Arbeit des Jugendamtes definierte Schwarzenberg den Begriff Kindeswohlgefährdung. Einem Kind oder Jugendlichen drohe mit hoher Wahrscheinlichkeit eine erhebliche Schädigung des eigenen Wohls, wenn Lebens- und Gesundheitsgefahren, insbesondere Kindesvernachlässigungen, -misshandlungen oder -missbräuche, entwürdigende Maßnahmen sowie rechtswidrige Formen der Freiheitsbeschränkung vorliegen würden. Als wichtige Maßnahmen gegen Kindesmisshandlung zitierte der Referent aus einer Studie das Schaffen von Bewusstsein in Öffentlichkeit und Medien, die Ausbildung von Sozialarbeitern und Mitarbeitern der Jugendhilfe, Hausbesuche bei Risikofamilien, Beratungsangebote, Armutsbekämpfung und Ächtung jeglicher Gewalt gegen Kinder.

„Das Risiko des Kindes, durch Vernachlässigung, Unterversorgung oder durch andere Gefährdung betroffen zu sein, ist umso höher, je geringer die finanziellen und materiellen Ressourcen sind, je schwieriger die soziale Situation ist, je desorganisierter die Familiensituation ist, je belasteter und defizitärer die persönliche Situation der erziehenden Eltern ist und je herausfordernder die Situation und das Verhalten des Kindes von den Eltern erlebt wird.”

Als Fazit der Tagung konnte festgehalten werden, dass eine stärkere Vernetzung und Kooperation zwischen allen Beteiligten anzustreben ist und die (be)handelnden Personen sich auch persönlich kennenlernen müssen.
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