Suchtberatung ist immer mehr gefragt

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Marlies Trapp, Leiterin der Beratungsstelle für Suchtfragen, stellte den Jahresbericht in ihrem neuen Büro im Hückelhovener Haus der Caritas vor.

Kreis Heinsberg. „Ich kam, um meinem Mann zu helfen, ihn zu ändern. Ich bin geblieben, um mich selber zu stärken, handlungsfähig zu werden und mich wieder selber zu fühlen. Leider konnte ich bisher meinen Mann nicht zu einem gemeinsamen Gespräch bewegen, dennoch ist es für mich beruhigend zu wissen, dass auch er inzwischen den Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen hat.

Dort hatte er Gelegenheit, die eigene Situation zu besprechen und Informationen über ein Hilfsangebot zu bekommen. Die Entscheidung, diese auch wahrzunehmen, muss er allerdings selber treffen. Diesen Schritt kann ich nicht für ihn übernehmen.“

Dieses Fazit einer Teilnehmerin der Angehörigengruppe stellte Marlies Trapp, Leiterin der Beratungsstelle für Suchtfragen, die vom Caritasverband für die Region Heinsberg in Kooperation mit dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich getragen wird, an den Anfang ihrer Vorstellung des Jahresberichtes 2014. Sie wollte so verdeutlichen, dass die Beratungsstelle nicht nur zuständig ist für Selbstbetroffene einer Suchtabhängigkeit, sondern auch für Angehörige mit unterschiedlichen Angeboten wie Elterngruppe, Angehörigengruppe oder „Trampolin“, ein Projekt für Kinder aus suchtbelasteten Familien im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 612 Personen – 60 Prozent Männer und 40 Prozent Frauen – Beratungsgespräche in Anspruch. Im Vergleich zum Jahr 2013 mit 581 und zum Jahr 2012 mit 599 Ratsuchenden ist die Zahl gestiegen.

„Dies führte dazu, dass wir eine Warteliste anlegen mussten“, so Trapp. Etwa mit drei bis vier Wochen Wartezeit müssten die Klienten nach dem Erstgespräch rechnen. Ein spontaner Erstkontakt sei jedoch in der offenen Sprechstunde – dienstags nachmittags von 16 bis 19 Uhr und donnerstags vormittags von 9 bis 12 Uhr – immer möglich. Wie auch schon in den letzten Jahren, komme fast jeder zweite Klient, der sich wegen einer eigenen Suchtmittelproblematik an die Beratungsstelle wende, wegen einer Alkoholproblematik, erklärte Trapp. Dies entspreche der gesellschaftlichen Verteilung von Suchtmittelabhängigkeit.

Projekt „Trampolin“ verändert

Zum Projekt „Trampolin“ sagte Trapp, dass das Konzept verändert worden sei. Statt das Gruppenangebot über neun Wochen laufen zu lassen, läuft das Programm nun über 23 Wochen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass neun Wochen zu kurz sind. Die Kinder waren zu belastet und brauchten Zeit, um anzukommen und Vertrauen zu finden“, so Trapp. Sie freue sich sehr, dass es gelungen sei, dass der Kreis Heinsberg erneut die Kosten übernehme.

Die nächste Gruppe beginnt am 8. Juni mit acht Kindern. Zwei Plätze sind noch frei. Interessierte Eltern können sich noch kurzfristig melden.

Die Gruppentreffen sind immer montags um 17 Uhr im Haus der Caritas in Heinsberg an der Gangolfusstraße. Damit die Kinder zuverlässig zu den Treffen kommen, gibt es einen kostenlosen Hol- und Bringservice.

Gleichzeitig verwies Marlies Trapp darauf, dass die Beratungsstelle für Suchtfragen in der Stadt Hückelhoven nach 29 Jahren an der Parkhofstraße neue Räumlichkeiten im Haus der Caritas an der Dinstühlerstraße bezogen hat.

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