Kreis Heinsberg - Studierende präsentieren Projekte mit Herz, Hand und Verstand

Studierende präsentieren Projekte mit Herz, Hand und Verstand

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Die Mittelstufe der Heilerziehungspflege am Berufskolleg Geilenkirchen präsentierte ihre Projektarbeit

Kreis Heinsberg. Die Studierenden der Mittelstufe vom Fachbereich Heilerziehungspflege präsentierten nach einer vierwöchigen Planungs- und Durchführungsphase im Forum des Berufskollegs Ernährung – Sozialwesen – Technik in Geilenkirchen allen interessierten Schülergruppen und Lehrern ihre sieben Projekte.

An diesen Projekten nahmen Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Behinderung teil, die im Alltag von den angehenden Heilerziehungspflegern bei ViaNobis, in der Eingliederungshilfe in Gangelt, bei der Lebenshilfe Heinsberg und Aachen sowie im Vinzenz-Heim in Aachen begleitet werden.

Die erste Projektgruppe, „Zuhause im Glück“, beschäftigte sich mit der Individualisierung eines Bewohnerzimmers. Die Studierenden befassten sich vier Wochen lang in Zusammenarbeit mit einer Bewohnerin mit der bedürfnisbezogenen Gestaltung ihres Zimmers. Das Ergebnis zeigte sich in einem nach Feng Shui und persönlichen Vorlieben eingerichteten neuen Zuhause.

Anschließend stellte die Projektgruppe „Road to Rursee“ ihre selbst definierte und geplante Idee einer etwas anderen Freizeitgestaltung vor: Sieben Menschen mit einer psychischen Erkrankung sowie vier Betreuerpersonen nahmen an einer anspruchsvollen und abenteuerlichen, dreitägigen Fahrradtour in die Eifel teil. Grillabende, Zelten, Schwimmen im See und vieles mehr bildeten Programmpunkte auf der 75 Kilometer langen Strecke. Trotz oder vielleicht gerade wegen des Muskelkaters durften alle elf Teilnehmer sehr stolz auf ihre Leistung sein.

Die nächste Projektgruppe realisierte mit acht Menschen mit Behinderung drei Tage zum Thema Erlebnispädagogik. Diese Pädagogik zielt darauf ab, dem Schwinden körperlicher Fähigkeiten durch nicht alltägliche, aber erlebnisintensive Aktivitäten in der Natur entgegenzuwirken. Dabei soll der Mensch in seiner Persönlichkeitsentfaltung unterstützt und zur verantwortlichen Mitwirkung in der Gesellschaft ermutigt werden.

„Verpackungen mal anders“ war das Thema einer weiteren Projektgruppe. Diese hatte sich zum Ziel gesetzt, mit wertfreien Materialien ein Kreativangebot zu entwickeln. Durch die intensive Zusammenarbeit mit den drei Teilnehmerinnen aus der Eingliederungshilfe sind drei optisch ansprechende Züge aus verschiedenen Verpackungen entstanden. Durch ihr Engagement ist es der Projektgruppe gelungen, ein kostengünstiges, individuelles und vielfältiges Kreativangebot anzubieten, das gut in den Alltag integrierbar ist.

Im Rahmen des Projekts „Biografiearbeit“ entwickelten zwei Schüler das Modell einer Biografiemappe, die für die Klienten auf ansprechende Weise Denkimpulse und Erzählanlässe bietet, da sie mit zahlreichen Bildern und Informationen zu Kindheit, Familie, Interessen und Hobbys illustriert ist. Besonders für an Demenz erkrankte Heimbewohner dient eine solche Zusammenstellung über die eigene Person als Erinnerungshilfe. Aber auch für das Betreuungspersonal ist sie von Nutzen.

Das Anliegen der Projektgruppe „Inklusive Begegnung“ war es, Menschen mit Behinderung und Schülerinnen und Schüler verschiedener Altersstufen in Kontakt miteinander zu bringen. Mit einer Führung durch die Werkstatt für behinderte Menschen und gemeinsamen Aktivitäten wie einer Schnitzeljagd wurde die Idee der Gruppe erfolgreich in die Tat umgesetzt.

Der Präsentationstag endete mit der Vorstellung des Kochbuchs „Frisch auf den Tisch – Kochen nach TEACCH“. Ausgehend von den Ressourcen und Fähigkeiten der drei Teilnehmer wurde ein Kochbuch nach dem TEACCH-Ansatz entwickelt. Dieser Ansatz befasst sich mit der Behandlung und pädagogischen Förderung von autistischen und in ihrer Kommunikation beeinträchtigten Menschen. Dadurch, dass bei diesem Ansatz die Individualität des Menschen in den Mittelpunkt gestellt wird, konnten die drei Teilnehmer ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Nachhaltigkeit aufbauen.

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