Studenten bleiben bei der Bahn auf der Strecke

Von: Anna Petra Thomas
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Für Studenten, die morgens nach Aachen müssen, fährt die Bahn um 7.33 Uhr zu spät, die um 6.33 Uhr viel zu früh. Da fällt der Umstieg vom Auto auf die Bahn schwer. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg/Aachen. Seit Mitte Dezember, also fast einen Monat lang schon, pendelt die Bahn regelmäßig im Stundentakt zwischen Heinsberg und Aachen. Genutzt wird sie von den Senioren für den Ausflug in die Kaiserstadt, vom „Mittelalter“ für den Weg zur Arbeit und von jungen Menschen, die zum Beispiel in Aachen studieren. Doch nicht nur mit der Pünktlichkeit hakt es noch.

Auch mit dem Fahrplan an sich, wie zum Beispiel Daniel Franzen aus Schafhausen erfahren musste.

Bisher sei er morgens immer mit dem Auto nach Lindern und von dort mit der Bahn gefahren, berichtet der 20-Jährige, der seit zwei Jahren in Aachen Werkstoffingenieurwesen studiert. Das hieß für ihn, um 7.30 Uhr mit dem Auto loszufahren, um den Zug nehmen zu können, der um 7.48 Uhr in Lindern abfährt. Damit kam er nicht ganz pünktlich zum Vorlesungsbeginn um 8.15 Uhr in Aachen an. „Aber so hatte ich fünf Minuten Verspätung“, erklärt er. „Da konnte ich mit leben.“

Gerne wäre auch er jetzt ohne Auto gleich morgens mit dem Zug nach Aachen gefahren, von Oberbruch aus. Nur da passen die Fahrzeiten für Studenten, die nach Aachen zur Hochschule wollen, einfach nicht mit den Vorlesungszeiten zusammen. Würde Franzen den Zug nehmen, der um 7.33 Uhr in Heinsberg abfährt, käme er erst mit 15 Minuten Verspätung in der ersten Vorlesung an.

Das Fatale: Die Verspätung würde er auch in allen weiteren Vorlesungen haben, da die Uni den Vorlesungsbeginn jetzt generell auf die 15 Minuten nach der vollen Stunde verlegt hat. So beginnt die zweite Vorlesung nicht mehr um zehn Uhr, sondern neuerdings um 10.15 Uhr, wie der Student berichtet.

Also fährt er weiterhin mit dem Auto nach Lindern und von dort mit dem Zug, um nicht eine ganze Stunde früher losfahren zu müssen. Ab Heinsberg fährt die Bahn nämlich nur im Stundentakt.

Keine schnelle Lösung für das Problem der Studenten, die aus Heinsberg nach Aachen fahren wollen, sieht Franz Welfens, Teilnetzmanager Euregio Maas-Rhein der Deutschen Bahn. Erst von unserer Zeitung erfuhr er von den neu „getakteten“ Zeiten an der Uni, mit der sich auch die Verspätung für die Studenten jetzt durch den gesamten Unitag zieht, egal, ob sie früh um 8.15 Uhr oder erst später ihre erste Vorlesung haben.

Die Bahn von Heinsberg aus sei fest in den Zeitplan der Regionalbahn (RB) 33 integriert, die von Duisburg aus komme, erklärt er. Ändern könne sich nur dann etwas, wenn irgendwann einmal weiter in die Infrastruktur investiert würde, indem zum Beispiel neue Fahrzeuge angeschafft und auch das Gleisnetz weiter ausgebaut würde. „Aber selbst, wenn es jetzt ginge, wäre es nur dann sinnvoll, wenn es anderen nicht schaden würde“, erklärt er.

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