Strukturen des Dorflebens erhalten

Von: Willi Erdweg
Letzte Aktualisierung:
was-peters-bu
Zufrieden mit der Entwicklung und Infrastruktur von Myhl: Ortsvorsteher Rainer Peters. Foto: W. Erdweg

Wassenberg-Myhl. „Ich bin zufrieden mit der Situation und der Entwicklung in Myhl, besonders die beiden Neubaugebiete Justusberg und Monesfeld (zwischen Wassenberg-Oberstadt und Myhl) haben sich sehr gut entwickelt”, sagt Rainer Peters, seit der Kommunalwahl 2009 neuer Ortsvorsteher von Myhl im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der 51-jährige, bei einer Aachener Versicherung beschäftigte Jurist, Vater zweier Töchter, ist gebürtiger Wassenberger und lebt seit 1992 in Myhl. Dem Wassenberger Rat gehört er seit dem vergangenen Jahr an.

Ein zentrales Thema in Myhl wird die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt St.-Johannes-Straße sein, wenn die Umgehungsstraße B 221neu voraussichtlich im Jahr 2013 zwischen Wildenrath und Orsbeck fertiggestellt ist. Pläne für den Umbau der Straße hat im Jahr 2007 das Büro Meyer-Brandis vorgestellt. Peters spricht von einem „sinnvollen Konzept”, das aber noch nicht abschließend feststeht. Es komme jetzt darauf an, die Myhler Bevölkerung zu informieren und an der Planung zu beteiligen.

Geteilt sind die Meinungen in Myhl über den Vorschlag von Meyer-Brandis, die St.-Johannes-Straße am Ortsausgang Richtung Orsbeck enden zu lassen und nur noch als Wirtschaftsweg durch die Myhler Schweiz zu führen. „In Myhl muss dies diskutiert werden. Mein Eindruck ist, dass es hier unterschiedliche Positionen pro und contra gibt”, so der Ortsvorsteher. Es herrscht die Besorgnis im Ort, dass bei der Abbindung der St.-Johannes-Straße Schleichverkehr über die Klosterstraße an Tante Lucie vorbei fließen und zum Problem werden wird.

In Myhl existiert ein reges Vereinsleben, wobei die Vereine sich generell geöffnet haben: „Kein Verein kann heute ganz ohne Auswärtige leben”. Rainer Peters selbst ist seit mehr als 30 Jahren im örtlichen Tischtennisverein „Tischtennis-Füchse” aktiv, bis Dezember war er Geschäftsführer. Nie ganz abgerissen sind die Verbindungen zwischen Myhl und Altmyhl, das heute zur Stadt Hückelhoven gehört. Vor allen die Myhler Schützen halten die Beziehungen aufrecht. Nachdem schon ein Myhler Prinz aus Altmyhl kam, soll bei der nächsten Kirmes der Schützenzug von Altmyhl nach Myhl gehen.

Ein heikles Thema spricht Peters an, wenn es in Zeichen der kommunalen Finanzkrise um die Zusammenfassung von städtischen Aufgaben geht: „Ich bin grundsätzlich ein Gegner von zwangsweise aufoktroyierter Zen-tralisierung”. Er meint damit besonders mögliche Fusionen im Bereich der Feuerwehr und der Sportstätten. Dies müsse sehr sorgfältig abgewogen werden und dürfe nicht gegen den Willen der Feuerwehr und der Vereine geschehen. „Das Dorfleben muss in seiner Struktur erhalten bleiben.” Vor „Schnellschüssen” sei zu warnen.

Inzwischen hat sich eine Fusion auf anderer Ebene, im Bereich der katholischen Gemeinden, vollzogen. Peters zählte zu den schärfsten Gegnern dieses Vorhabens und war bei den Demonstrationen auf dem Stiftsplatz in Wassenberg und in Aachen dabei. „Wir haben gewissermaßen bis zur letzten Patrone gekämpft.” Jetzt ist die Angelegenheit endgültig entschieden. Am 21. Januar hat die Schiedsstelle des Bistums, was keine Überraschung war, den Einspruch gegen die Fusion zurückgewiesen. Peters spricht im Rückblick vom „Paradebeispiel einer Zwangsfusion gegen den Willen der Beteiligten”. Es gebe inzwischen im Ort aber zunehmend Stimmen, nach vorne zu blicken.

Der neue, zweite Pfarrer, Pastor Wieners, wird voraussichtlich im März nach Myhl kommen und im Pfarrhaus Wohnung nehmen. Die Schwerpunkte seiner Arbeit beziehungsweise die Aufteilung der Aufgaben mit Propst Stefan Kaiser seien derzeit noch nicht bekannt. Pfarrer Wieners soll aber nicht, wie sein Vorgänger Heinz Portz, allein für Myhl (sowie die Oberstadt und Orsbeck), zuständig sein, sondern im Prinzip für alle sieben Wassenberger St.-Marien-Gemeinden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert