Streik bei der AWO: „Sind laut, weil man uns die Kohle klaut“

Von: disch
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„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kohle klaut!“: Vor der AWO-Kreisgeschäftsstelle in Heinsberg wurde am Donnerstag demonstriert. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu der Aktion aufgerufen. Fotos (3): defi Foto: defi
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Gewerkschaftssekretärin Annegret Hackmann kündigte „Staffelstreiks“ an.
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Ein AWO-Herz für Mitarbeiter: Auch dies wurde bei der Demo gefordert.

Kreis Heinsberg. „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Kohle klaut!“ Dies skandierten am Donnerstag mehr als 80 Teilnehmer ­einer Demonstation, zu der die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Rahmen des zweitägigen Warnstreiks bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in NRW aufgerufen hatte. Schauplatz war der Gehweg vor der AWO-Kreisgeschäftsstelle an der Siemensstraße in Heinsberg.

Der Hintergrund: Andreas Wagner, Geschäftsführer der AWO im Kreis Heinsberg, sitzt bei den Tarifverhandlungen auf der Arbeitgeberseite mit am Tisch. „Darum sind wir heute hier“, verkündete Gewerkschaftssekretär Harald Meyer per Megafon.

Andreas Wagner selbst war zwar nicht vor Ort, sprach aber auf telefonische Anfrage von einem Grundrecht auf Streik und Demonstration: „Das geht in Ordnung!“ Es bleibe aber trotzdem sein Unverständnis, weil es von Arbeitgeberseite ein Angebot gegeben habe, Verdi die Verhandlungen jedoch abrupt abgebrochen habe. Wieder verhandelt werden soll am 28. Oktober, doch bis dahin, so kündigte es am Donnerstag Gewerkschaftssekretärin Annegret Hackmann an, werde es „Staffelstreiks“ geben – wo und wann, wollte sie noch nicht verraten.

In zwei Bussen waren Streikende aus dem Kreis Düren, aus der Städteregion Aachen und aus dem Erftkreis am Donnerstagmorgen nach Heinsberg gekommen. Im Kreis Heinsberg selbst wurde die AWO-Kita in Hückelhoven-Ratheim bestreikt. Und auch aus dem AWO-Altenzentrum in Heinsberg, das mit der Kreisgeschäftstelle einen Gebäudekomplex bildet, waren ­nach Angaben von Hackmann einige Kräfte zu den Demonstranten auf dem Bürgersteig gestoßen – ­allerdings in ihrer Freizeit beziehungsweise in ihrem Urlaub, wie von der Verdi-Funktionärin unter Hinweis auf die dünne Personaldecke in der Pflege angemerkt wurde.

Gewerkschaftssekretärin Annegret Hackmann betonte am Donnerstag noch einmal die Forderungen der Gewerkschaft Verdi: ­Erhöhung der monatlichen Einkommen um einen Sockelbetrag von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent, Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 100 Euro ­monatlich sowie einen Tag mehr Urlaub.

Zu der Resonanz auf den Aufruf zur Demonstration in Heinsberg sagte Hackmann:, „Wir sind nicht so viele wie gewünscht“, aber es seien mehr als bei Aktionen im Rahmen des Tarifstreits vor zwei Jahren. „Wir werden mehr werden.“ Die Demonstrierenden stünden solidarisch für alle Beschäftigten. Angestrebt würden eine Gleichbehandlung und eine vernünftige Bezahlung. Kritisch merkte sie am Rande der Demo an, dass es am Mittwoch von Vertretern der Arbeitgeberseite an allen Ecken und Enden Versuche gegeben habe, Kolleginnen und Kollegen einzuschüchtern. Die Angst von Beschäftigten habe dazu geführt, dass „uns ein paar abhandengekommen sind“.

An diesem Freitag ist laut Verdi eine zentrale Streikkundgebung in Bochum geplant.

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