Störche rasten auf dem Flug nach Afrika

Von: defi
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Schön in Reih und Glied suchten fünf Störche auf dem Weg nach Afrika noch was zu Futtern Auf dem Halben Mond. Foto: defi

Heinsberg. Fünf Störche Auf dem Halben Mond, das hat es zumindest in den letzten 30 Jahren nicht gegeben. Die Reisezeit der Langstreckenflieger beginnt gerade erst, da machte die Fünfergruppe auch schon Station in Heinsberg. Eine Nacht verbrachten die Langbeine sogar bei den vier Evangelisten auf der Balustrade des Selfkantdoms.

Sie ließen sich nicht großartig vom Glockengeläut stören, hielten schon mal Ausschau, was es denn in der Kreisstadt wohl zu futtern geben könnte. Beim Blick von dort oben fiel den fünf Störchen wohl ein abgeerntetes Getreidefeld neben der Siedlung Auf dem Halben Mond ins Auge. Zum „Frühstück” versammelte sich die Schar zur Freude der Anwohner auf dem Feld und pickte auf, was es an lebendem und totem Getier zu fressen gab. Dabei gingen die Fünf erstaunlich gut organisiert ans Werk. Schön in Reihe nebeneinander liefen sie die Furchen rauf und ein paar Meter versetzt wieder runter, so entging ihnen kein „Leckerbissen”.

Martin Temme vom Naturschutzbund, Kreisverband Heinsberg, freute sich ebenfalls über den Besuch der Störche. Er hätte sich noch mehr gefreut, wenn man die Ringnummern hätte erkunden können. Zwar waren alle fünf Störche beringt, doch wie Anwohner, die sich mit einem Fernglas ausgerüstet hatten, leider feststellen mussten, waren die Ringe so verdreckt, dass man sie nicht ablesen konnte. Und allzu nah wollte man den Tieren ja auch nicht aufs Gefieder rücken. So ließ sich über die Ringnummern leider nicht feststellen, woher die Gruppe kam. Ihr Zielort dürfte aber Afrika sein. Die fünf „Heinsberger” werden wahrscheinlich die westliche Route nehmen.

Martin Temme weiß, dass sich in unserer Region die Langstreckler entscheiden, auf welchem Weg sie Afrika ansteuern, ob gen Westen über Spanien oder gen Osten über die Türkei.

„Die Störche benötigen auf jeden Fall eine gute Thermik, um ihre Flughöhe zu erreichen. Sie kreisen solange im Aufwind, bis sie diese dann erreicht haben und lassen sich ohne Flügelschlag mit dem Wind treiben. Da sie den Aufwind benötigen, können die Störche keine längeren Strecken übers Meer fliegen wie die kleineren Zugvögel, die ihren Flügelschlag einsetzen.”

Bis zum Mittag konnte man die Fünf auf dem Feld dabei beobachten, wie sie sich mit Mäusen, Heuschrecken, Insekten, eben alles, was einem Fleischfresser so mundet, den Bauch vollschlugen. Zur Mittagszeit gesellte sich sogar noch ein sechster Storch hinzu. Doch beendete der Miststreuer des Feldpächters die „Mahlzeit”. „So ein Mist”, wird der ein oder andere Anwohner gedacht haben, das Schauspiel war doch schön und selten anzusehen.

Doch was dem einem sein Leid, ist dem anderen seine Freud, das Mistfeld fand schnell neue Liebhaber mit Tauben, Krähen und ein paar Katzen.
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