Stillende Mütter sollten sehr vorsichtig sein

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Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge. Was aber ist zu tun, wenn die stillende Mutter wegen einer Erkrankung Arzneimittel einnehmen muss? Anlässlich der Weltstillwoche machen die Apotheker im Kreis Heinsberg auf dieses Thema aufmerksam. Foto: Alois Müller

Kreis Heinsberg. „Darf ich dieses Arzneimittel während der Stillzeit einnehmen? Oder schadet es möglicherweise meinem Kind?” Antworten auf Fragen wie diese gehören in den 61 Apotheken im Kreis Heinsberg zum Alltag.

Anlässlich der Weltstillwoche (vom 28. September bis 4. Oktober) machen die Apotheker öffentlich auf das Thema Arzneimitteleinnahme in der Stillzeit aufmerksam.

„Stillende Mütter sollten möglichst keine Arzneimittel einnehmen”, erklärte Hans Kühle, der Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg, „denn die Wirkstoffe gehen auch in die Muttermilch über.” Allerdings sei es nicht immer möglich, komplett auf Medikamente zu verzichten, etwa bei einer schweren Erkrankung der Mutter. Über die Therapie sollte in jedem Fall ein Arzt entscheiden.

„Viele Mütter glauben, sie müssten abstillen, wenn sie ein Medikament einnehmen müssen”, berichtete Kühle. Doch das sei nicht immer notwendig: „Es lässt sich für fast jede Behandlungsindikation eine Therapie finden, die das Weiterstillen erlaubt.” Dabei seien bewährte Medikamente vorzuziehen, da es über neu zugelassene Arzneimittel naturgemäß wenig Erfahrung gebe. Auch solle möglichst nur ein Medikament eingenommen werden, denn durch die Kombination verschiedener Präparate erhöhe sich das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen.

Sollte dennoch aufgrund einer Arzneimitteltherapie eine kurze Stillpause nötig sein, empfehlen die Apotheker, die Muttermilch in dieser Zeit abzupumpen. Nach Beendigung der Therapie stehe dann einem Weiterstillen nichts im Wege. Eine elektrische Milchpumpe sei in fast jeder Apotheke im Kreis Heinsberg auszuleihen.

„Wer ausführliche Informationen zu Arzneimitteln und möglichen Erkrankungen während der Schwangerschaft und Stillzeit sucht, kann sich jeder Zeit in der Apotheke beraten lassen”, lautete die Empfehlung von Kühle.

Zudem raten die Apotheker im Kreis Heinsberg, während der Stillzeit auch auf die Ernährung zu achten, da alles, was die Mutter zu sich nehme, durch die Milch ans Kind weitergeben werde. Daher solle auf blähende Speisen und säurehaltige Obstsorten möglichst verzichtet und der Koffein-Konsum eingeschränkt werden.

Da Nikotin ebenfalls in die Muttermilch übergehe, raten die Apotheker stillenden Müttern entschieden davon ab, zu rauchen. Die Apotheker unterstützen stillende Mütter, denn: „Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge.”

Die Apotheker veröffentlichten auch Hinweise auf Medikamente für stillende Mütter: Bei schmerzhaften Milchstaus und Brustentzündungen, gelegentlichen Kopf- und Zahnschmerzen eigne sich für stillende Mütter Paracetamol.

Erkältungsmittel (Kombinationspräparate) sollten gemieden werden. Falls notwendig, könnten abschwellende Nasentropfen verwendet werden.
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