Sternsingermangel? Nicht in Erkelenz!

Von: Helmut Wichlatz
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An drei Tagen waren die Sterns
An drei Tagen waren die Sternsinger in Erkelenz unterwegs, andernorts beginnen sie jetzt ihre Tour. Foto: Koenigs

Erkelenz. In diesen Tagen sind wieder die Sternsinger von Haustür zu Haustür unterwegs. Medienberichten zufolge werden es immer weniger Kinder und Jugendliche, die bei den Leuten singen, segnen und Spenden sammeln. Nicht so in Erkelenz.

Die Pfarrgemeinde St. Lambertus verzeichnet in diesem Jahr mit rund 50 Teilnehmern eine Steigerung gegenüber den Vorjahren.Morgens um halb neun treffen sie sich im Pfarrzentrum, um sich auf ihre Tagestour vorzubereiten. Zwei Tage liegen schon hinter ihnen, einer mit zwei Schichten vor ihnen. Organisiert und koordiniert wird der Einsatz der Sternsinger von Karin Reitzenstein und Irene Starck. Der jüngste Sternsinger in der Runde ist Reitzensteins Sohn, der fünfjährige Pascal.

Er ist tapfer an beiden Tagen zuvor mitmarschiert und hatte dabei auch seinen Spaß. Endlich darf er mal bei allen Leuten an der Haustür klingeln und ihnen auch noch etwas vorsingen. Dass es oftmals zur Belohnung Plätzchen oder andere Süßigkeiten gibt, ist für ihn das I-Tüpfelchen. „Er beim Abendessen fast eingeschlafen”, erzählt seine Mutter. Trotzdem wollte er am Morgen wieder dabei sein.

Am letzten Tag kommen wegen des Sturms, der in der Nacht gewütet hat, und der Angst vor herabfallenden Ästen nicht so viele Sternsinger. Sie werden in Gruppen eingeteilt, die jeweils von einem Mitglied der Messdienergemeinschaft begleitet werden.

Auf dem Plan stehen Bellinghoven, Matzerath und Oerath. Starck und Reitzenstein sind skeptisch, ob sie das Pensum mit den Sternsingern, die gekommen sind, auch bewältigen können. Schlimmstenfalls müssten ein paar Bürger auf den Besuch der Sternsinger verzichten, denn „nachgearbeitet” wird nicht.

Dies sei gerade für die älteren Mitbürger schade, erklärt Katrin Starck. Die 17-jährige ist seit fünf Jahren als Leiterin dabei, davor gehörte sie jahrelang zu den Sternsingern. Bei den Senioren dauert der Besuch erfahrungsgemäß etwas länger. „Sie freuen sich über die Lieder und unterhalten sich auch mit uns”, sagt sie.

Doch es gibt nicht nur schöne Erlebnisse. „Andere sagen durch die verschlossene Tür, sie seien evangelisch und machen nicht einmal auf”, weiß Starck zu berichten und fügt verwundert hinzu, dass das doch keine Rolle spielen würde. „Uns hat man durch das Fenster zugerufen, wir sollten abhauen, weil sie Buddhisten sind”, berichtet der 16-jährige Max Garner.

Dass die Gruppe anschließend von Kindern mit Spielzeugpistolen bedroht wurde, lässt ihn schmunzeln. „Wieder andere wussten gar nicht, was wir von ihnen wollen.” Über dumme Sprüche wird sich nicht geärgert sondern gelacht, lautet die Devise der Erkelenzer Sternsinger.

Es gibt auch einige Ecken in Erkelenz, die man sich spart, weil es dort Ärger gegeben hatte. Denn schließlich soll es den Kindern vor allem Spaß machen. Dass sie ihre Freizeit auch noch für einen guten Zweck opfern, spornt zusätzlich an. Denn jedes Jahr werden die Spenden für einen bestimmten Zweck gesammelt. In diesem Jahr ist es ein Projekt für Straßenkinder in Nicaragua.

Gegen Mittag, wenn die erste Runde beendet ist, und abends nach der zweiten Runde sammeln sich die Kinder wieder im Pfarrzentrum und zählen das Geld, das in den Spendendosen gelandet ist. „Zwischen 2000 und 2500 Euro haben wir bisher pro Tag gesammelt”, erklärt Reitzenstein nicht ohne Stolz. Eine Summe, die sie auch heute noch einmal schaffen möchten.

Am Sonntag findet in St. Lambertus um 11.30 Uhr ein Abschlussgottesdienst der Sternsinger statt. Anschließend sind sie zum gemeinsamen Mittagessen ins Pfarrzentrum eingeladen, das vom Hermann-Josef-Altenheim gespendet wird.

Karin Reitzenstein und Irene Starck haben alle Hände voll zu tun, bis die ersten Sternsinger gegen Mittag wieder im Pfarrzentrum eintreffen. Kakao will für die Rückkehrer gemacht werden und die Gewänder wollen überprüft sein. Denn jedes Jahr verschwinden Gewänder im oder nach dem Einsatz an der Haustür. Deshalb muss regelmäßig der Bestand aufgefüllt und auf Vorrat in allen Größen genäht werden. Auch finden sich immer wieder Eltern, die die jungen Sänger zu den entlegenen Einsatzgebieten fahren und wieder abholen. Mit der Planung und Organisation der nächsten Sternsingeraktion wird wieder im November begonnen.
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