Stempel und Briefmarken mit kuriosen Details

Von: sev
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Manfried Huben setzt seine nicht enden wollende Suche nach der postalischen Vergangenheit des Selfkants fort und findet dabei das eine oder andere Kuriosum. Foto: Franz Severins

Selfkant-Süsterseel. Während der Geschichtsstunde entdeckte Manfried Huben einst seine Leidenschaft für das Sammeln historischer Dokumente. Stempel und Briefmarken sind seitdem sein Steckenpferd, doch als Philatelist bezeichnet sich Huben nicht.

Der gebürtige Schalbrucher ist vielmehr ein heimatkundlich Interessierter. Gerade deshalb hat er die postalische Geschichte des Selfkants an Hand von Stempeln und Briefmarken ergründet, musste dabei zahlreiche Recherchen anstellen, fuhr zu Briefmarkenauktionen in Aachen und Köln, bediente sich eines Blickes ins Den Haager Postmuseum oder wurde sogar in London fündig und trat die Heimreise mit einem originalen Stempelabdruck oder sogar mit einem Einschreiben aus dem Selfkant der damaligen Zeit an. All dies tat er, um sein mittlerweile riesiges postalisches Archiv zu vervollständigen.

„Man ist sozusagen immer auf der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen”, so der 49-Jährige. Die Suche nach den Raritäten stellte sich als besonders schwer dar, denn Briefe zu finden, die genau am 25. April 1949 abgestempelt wurden, dem ersten Arbeitstag niederländischer Postbeamter im Selfkant, oder einen Stempelabdruck vom letzten Tag unter der Auftragsverwaltung, dem 31. Juli 1963, sei ein Glücksfall. Nur noch einzelne Briefe oder Einschreiben dieser Daten seien überhaupt aufzustöbern.

Interessant ist die postalische Geschichte allemal, nicht nur für einen Selfkänter. Nachdem schon am Samstag, 23. April 1949, die Schlagbäume fielen und der Landdorst Hubert Dassen das Dienstgebäude der Verwaltung im Selfkant übernommen hatte, wehte fortan die niederländische Flagge als Zeichen der Übernahme des Selfkants durch das Königreich der Niederlande. Am Montag, 25. April, nahmen die niederländischen Postangestellten erstmals ihre Arbeit im Selfkant auf. Dabei fanden sie auf vier Postämtern Datumsstempel mit der Inschrift „...über Geilenkirchen”.

Wegen der kurzen Übergabefrist - das Ermächtigungsgesetz wurde erst am 21. April vom Senat verabschiedet - konnten die ehemaligen deutschen Postämter nicht rechtzeitig mit den üblichen Stempeln ausgestattet werden. Sie erhielten deshalb am 25. April einen zweizeiligen Behelfsstempel mit der Inschrift: Havert, Höngen, Susterseel, Tuddern bzw. Wehr, sowie einem einstellbaren Datum 25. April 1949.
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