Heinsberg - Stehende Ovationen: Organist Johan Hermans in St. Gangolfus

Stehende Ovationen: Organist Johan Hermans in St. Gangolfus

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Heinsberg. Im Rahmen des „Orgelfestival Limburg” hatten die Besucher auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, einem echten Könner der Orgelmusik zu lauschen.

Johan Hermans, studierter Organist und Teilnehmer berühmter Meisterklassen in ganz Europa, gab in der St.-Gangolfus-Kirche Musik aus verschiedensten Epochen zum Besten.

Dazu fanden sich überraschend viele Zuhörer und Zuhörerinnen ein, wie Propst Markus Bruns betonte. Er sprach zu Beginn des Konzerts ein paar einleitende Worte und überließ dann dem Organisten Johan Hermans die Bühne. Der sympathische Niederländer entschuldigte sich vorab für seine deutsche Aussprache, nur um darauf in fast perfektem Deutsch Anekdoten zu seinen Stücken anzubringen.

Johann Sebastian Bach war der erste Komponist, dem er Platz in seinem Repertoire eingeräumt hatte. Mit „Praeludium und Fuge in C-Dur” stellte er zuerst ein Stück vom jungen, unbeschwerten Bach vor. Diese Jugendlichkeit spiegelt sich auch in seiner Komposition wieder.

Gekonnt präsentierte Hermans das beschwingte, ja fast verspielte Stück. Gleich darauf folgte dann das eher andächtige „Schmücke dich, o liebe Seele”, das den Zuhörer in sanfte Harmonie und ruhige Melodie bettete.

Mit César Francks „Troisième Choral, en la mineur”, trug Johan Hermans ein Stück vor, in dem er seine bis dahin nur angedeutete Virtuosität voll zum Ausdruck bringen konnte. Im Vortrag perfekt ließ er der Dynamik der Heinsberger Orgel, die er am Nachmittag rund drei Stunden lang einregistriert hatte, viel Raum. Mit viel Taktgefühl und schnellem Fingerspiel meisterte er das komplexe Musikstück souverän. Auch Regionalkantor Winfried Kleinen war voll des Lobes: „Johan Hermans ist wirklich einer der Spitzenleute, die wir bis jetzt hier hatten; er ist ein sehr, sehr guter Organist”.

Als vorletzten Komponisten stellte Hermans dann den Zeitgenossen Philip Glass vor. Der berühmte Amerikaner, Mitbegründer des „musikalischen Minimalismus”, ist auch Filmkomponist und das hört man seinem Stück „Mad Rush” an. Die Komposition besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen, die wie, um einmal im Jargon der darstellenden Künste zu bleiben, „retardierender Moment” und wie „Katastrophe” anmuten.

Im ersten Teil erahnt man das nahende Unheil, das sich im zweiten Teil in wildem Spiel erbricht. Dabei machte die Komposition ihrem Namen, den Johan Hermans passend mit „Verrückte Eile” übersetzte, alle Ehre und schlug den Zuhörer durch Hermans starken Ausdruck ganz in ihren Bann.

Als finalen Vortrag hatte der Organist Auszüge aus der orgelsynfonischen 7. Sonate von Alexandre Guilmant gewählt. Auch dabei war er so überzeugend, dass die Besucher der St.-Gangolfus-Kirche ihn mit stehenden Ovationen zu einer Zugabe aufforderten. Mit „Grand Jeu” von Denis Brédard beendete Johann Hermans das Konzert dann endgültig und nahm den Dank in Form weiterer stehender Ovationen gerne entgegen.

Im anschließenden Gespräch lobte er die Heinsberger Orgel und das Publikum: „Die Orgel ist wunderschön, und das Publikum war für mich total toll. So viele Leute und so dankbar, das fand ich ganz gut.”

Mit Johan Hermans Schlusskadenz hat die Konzertreihe „Orgelfestival Limburg” im Kreis Heinsberg aber noch kein Ende gefunden.

Abschließend tritt Peter Gelissen am Mittwoch, 8. August, um 20 Uhr in der St.-Nikolaus-Kirche in Waldenrath auf.
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