Standort der Bücherkiste ist noch offen

Von: Willi Erdweg
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Die Begegnungsstätte wird neu gebaut. Im Hintergrund das Judenbruch, in dem vorne ein Klettergarten, wie er etwa in Jülich im Brückenkopfpark eingerichtet wurde, entstehen soll. Die in dem Haus existierende Praxis (Logopädie/Physiotherapie) wollte ohnehin umziehen. Foto: Walter Brehl

Wassenberg. Im Wassenberger Stadtrat hat sich eine längere Diskussion um den Neubau der Begegungsstätte am Pontorsonplatz ergeben, genauer gesagt um die Einziehung der Bücherkiste, die derzeit noch in der Gemeinschaftsgrundschule an der Kirchstraße (1. Etage) untergebracht ist.

Wie bereits berichtet, wird die bisherige Begegnungsstätte abgerissen, und am Pontorsonplatz entsteht für 700.000 Euro ein Neubau, der aus Mitteln des Konkjunkturprogramms (in Passivhausbauweise) finanziert wird. Die Vergabe des Bauauftrages ist für den Monat Mai vorgesehen.

Die neue Begegnungsstätte wird als Kern einen multifunktionalen Raum von 180 Quadratmetern für unter anderem Senioren und Vereine umfassen, der unterteilt werden kann. Hinzu kommen eine kleine Küche, ein Abstellraum sowie eine Terrasse.

Weiter wird der Neubau enthalten: ein Verwaltungsbüro, ein Infocenter für den Tourismus und ein Büro für den Heimatverein (alle je zwölf Quadratmeter), eine WC-Anlage sowie einen Raum von etwa 50 Quadratmetern zur Bewirtschaftung des Kletterwaldes, der am Rand des Parkplatzes neben der Begegnungsstätte/Eingang Judenbruch geplant ist.

Dieses Projekt ist insofern schon weit fortgeschritten, als man sich mit einem Investor weitgehend einig ist, wie Bürgermeister Manfred Winkens am Rand der Ratssitzung sagte. Die Stadt will darauf verzichten, die Bücherkiste mit Jugendbücherei im Neubau unterzubringen. Vielmehr soll sie in den kommenden Jahren in das Erdgeschoss des Schulgebäudes an der Kirchstraße verlegt werden.

In der Ratssitzung forderte Irmard Stieding, Stadtverordnete der Grünen und Mitarbeiterin der Bücherkiste: „Die Integration der Bücherkiste in die Begegnungsstätte sollte ernsthaft geprüft werden.” 60 Quadratmeter Minimum seien dafür notwendig. Bücherkiste und Seniorentreff könnten durchaus in „friedlicher Nachbarschaft” miteinander leben (etwa durch den Einbau einer beweglichen Trennwand).

Bisher benachteiligt

Die Bücherkiste ist bisher benachteiligt, da sie nicht barrierefrei und seniorenfreundlich erreichbar ist. Die Schule will Räumlichkeiten im Erdgeschoss an der Kirchstraße jetzt noch nicht abgeben, da sie sie noch selbst brauche. Bei zurückgehenden Schülerzahlen könnte das in einigen Jahren anders werden, doch solange will die Bücherkiste nicht warten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter seien schon lange genug hingehalten worden, so Stieding.

Kritische Stimmen gegen die Einbeziehung der Bücherei in die Begegnungsstätte kamen von der SPD. 60 Quadratmeter seien etwas wenig und die Sicherheit der Bücher sei nicht gewährleistet. Hier konterte Stieding mit Verweis auf veschließbare Schränke für wertvollere Werke.

In der Diskussion ferner angesprochen wurden die Frage der Entsorgung von Altlasten (kontaminierter Boden). In der Nähe gab es früher einmal Gruben, die durch Kiesabbau entstanden waren. Diese wurden später als Schuttabladeplatz benutzt und mit Hausmüll gefüllt. Weiterhin wurde die Frage angesprochen, ob der Heimatverein unbedingt im Neubau ein Büro brauche, da er ja einen Raum in der Stadtverwaltung habe.

Am Ende setzte sich die Linie von Bürgermeister Manfred Winkens durch. Er hatte erklärt: „Wir müssen die Begegnungsstätte zunächst einmal so bauen, wie sie geplant ist. Wie sie später genutzt wird, dafür muss dann eine gemeinsame Lösung gefunden werden.”
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