Stadt Erkelenz klagt gegen Stadt Wegberg

Von: syn
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Erkelenz/Wegberg. Knatsch unter Nachbarn: Die Stadt Erkelenz ist nicht erfreut über die Absicht der Stadt Wegberg, die Ansiedlung eines Einzelhandelszentrums im Rath-Anhoven zu ermöglichen.

Der entsprechende Bauvorbescheid wurde bereits im August 2008 erlassen. Eine entsprechende Anfrage war bei der Wegberger Verwaltung eingegangen. Auch die Kölner Bezirksregierung sei der Auffassung, es notwendig sei, in Rath-Anhoven zur Versorgung der Bevölkerung ein entsprechendes Angebot zu etablieren, hieß es dazu im Wegberger Rathaus. Derzeit werde geprüft, ob das Nahversorgungszentrum 800 oder sogar 1200 Quadratmeter Fläche haben soll.

Doch dann vergingen die Monate und stlil ruhte der See. Erst im Frühjahr wurde die Angelegenheit wieder akut und führte zu einer Anfrage der SPD, bei der die Wegberger Verwaltung einräumte, dass die Stadt Erkelenz sich nicht mit den Plänen für das Nahversorgungszentrum abfinden würde und klagen wolle. Die Verwaltung bestätigte SPD-Sprecher Harald Kersten bei der Ratssitzung Ende März, dass es „massive Bedenken” gebe und es zu einem Prozess kommen könne.

Die Kunden für das Nahversorgungszentrum würden nicht nur aus Rath-Anhoven kommen, sondern auch aus anderen Ortschaften. So befürchtet die Verwaltung in Erkelenz. Dort sieht man die Existenz des Einkaufszentrums im Oestricher Kamp gefährdet. Gerade mit der begonnenen Umsiedlung der Ortschaft Borschemich an den Erkelenzer Stadtrand erschließe sich sowohl für das Zentrum Oestricher Kamp als auch für den geplanten Standort Rath-Anhoven ein attraktives Kundenpotenzial. Darauf schiele wohl der Investor. Nach Ansicht der Erkelenzer Verwaltung seien die Belange der Stadt Erkelenz bei der Planung in der Nachbargemeinde nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Wind von dem Vorhaben habe man nach Aussage von Bürgermeister Peter Jansen erst im März bekommen. Eine entsprechende Klage gegen den Bauvorbescheid vom August 2008 habe die Stadt Erkelenz beim Verwaltungsgericht Aachen eingereicht und jetzt begründet. „Das war der einzige Schritt, der uns angesichts der Fristen übrig blieb”, erklärte Jansen auf Nachfrage. „Uns ist nicht ersichtlich, ob die Stadt Wegberg bei der Planung gegenüber der Bezirksregierung die Kunden aus Erkelenz mit einkalkuliert hat”, betonte er. Das Oestricher Kamp ist als Nahversorgungszentrum für rund 3500 Bürger konzipiert. Durch die Nähe zu Rath-Anhoven sieht man in Erkelenz dessen Existenz bedroht.
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