St. Lambertus soll neue Orgel erhalten

Von: hewi
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Erkelenz. Die Oberlinger-Orgel in der Pfarrkirche St. Lambertus hat ihre besten Tage hinter sich. Und das, obwohl sie gerade 31 Jahre auf dem Buckel hat. Nun soll sie durch eine neue Orgel ersetzt werden, was jedoch rund 1,1 Millionen Euro kosten wird.

Eine Summe, die angesichts der bevorstehenden Investition in die Sanierung des Lambertiturms nicht so leicht zu beschaffen ist.

Darüber sind sich Kantor Stefan Emanuel Knauer und seine Mitstreiter vom Orgelbauverein im Klaren. Trotzdem sei es wichtig, schon frühzeitig auf die Problematik aufmerksam zu machen, wie Pastor Werner Rombach bei einem Pressegespräch betonte. Drei Orgelbauer, die mit einer Bewertung der möglichen Vorgehensweisen betraut worden waren, kamen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass ein Neubau einer Sanierung vorzuziehen sei.

„Die Probleme wären nicht durch eine Sanierung beseitigt”, betonte Rombach und erklärte, dass jährliche Folgekosten von bis zu 10.000 Euro zu erwarten seien. „Daher ist ein Neubau die beste Lösung”, so Rombach. Überzeugen konnte der Mönchengladbacher Orgelbauer Martin Scholz mit seinem Entwurf, der eine Empore am Westflügel der Kirche vorsieht, auf der die Orgel stehen wird. „Auch der Standort ist besser geeignet”, wie Knauer betonte.

Die Probleme mit der alten Orgel, die damals für 560.000 Mark gebaut wurde, begannen schon beim Bau. Denn zuerst war die Orgel für einen anderen Standort vorgesehen, an dem jedoch der Hochaltar steht. Für den neuen Standort war die Orgel zu klein und wurde daher optisch aufgewertet. Zusätzliche Register wurden eingeplant und die Pfeifen teilweise auf „abenteuerliche Weise” eingebaut.

Über die klanglichen Mängel informierte Kantor Knauer seine neuen Arbeitgeber schon beim Vorstellungsgespräch und nach einem ersten Probespielen auf der Orgel. „Dass sie für die Gottesdienstbesucher immer noch recht gut klingt, liegt an Knauers Spiel, der weiß, wie er auf welche Mängel reagieren muss”, erklärte Kirchenvorstandsmitglied Herbert Günter.

Der Kirchenvorstand hat zwischenzeitlich grünes Licht für das Projekt gegeben, das den größten Orgelbau in den letzten 20 Jahren im Bistum Aachen darstellt. Der Bauauftrag wird erteilt, wenn 80 Prozent der Summe vorhanden sind. Das kann natürlich angesichts der Höhe der Summe noch dauern. Zuvor muss die alte Oberlinger-Orgel noch verkauft werden, voraussichtlich ins Ausland, wie Knauer erklärte.

Am Turm im Westflügel

Die reine Bauzeit der neuen Orgel wird dann rund drei Jahre betragen und die Innengestaltung der Kirche grundlegend ändern. Denn die neue Orgel soll im Westflügel am Turm gebaut werden. Auf einer Empore wird sie in einen der gotischen Bögen im Eingangsbereich eingepasst und dem Betrachter freien Blick auf den Westflügel bieten. Insgesamt wird sie eine Breite von neun Metern und eine Höhe von elf Metern haben, die Empore wird eine Höhe von rund drei Metern haben.

„Die Planung orientiert sich sehr an den baulichen Gegebenheiten der Kirche”, hob Pfarrer Günter Salentin hervor. So werde die geschwungene Form der Bögen im Korpus der Orgel fortgeführt. Für die orgellose Zeit in St. Lambertus wird auch schon vorgesorgt. Denn die aus dem Jahr 1912 stammende Orgel aus der Borschemicher Pfarrkirche St. Maternus wird den Platz neben dem Altar einnehmen und während der Bauzeit und darüber hinaus als Chororgel benutzt.

Mit dem Geld, das die Borschemicher für ihre Orgel erhalten, wird in der neuen und deutlich kleineren Kapelle in Borschemich (neu) eine neue Orgel angeschafft. „Borschemich wird nicht ohne Orgel dastehen”, betonte Rombach, der davon ausgeht, dass seitens von RWE Power zum Jahresende die Höhe der Entschädigung für Kapelle und Orgel feststeht.

Der Orgelbauverein wurde vor zwei Jahren gegründet, er hat derzeit rund 40 Mitglieder und tritt erst jetzt verstärkt ans Licht der Öffentlichkeit. „Wir wollten nicht in die Phase eingreifen, als es sich um den Erhalt des Turms gedreht hat”, erklärte Salentin. Nachdem dort das Finanzierungskonzept stehe, könne man das zweite Großprojekt der Pfarrgemeinde angehen. Ein prominenter Schirmherr konnte mit dem Landtagspräsidenten Eckhard Uhlenberg auch schon gefunden werden.

Nun müssen die Orgelförderer auch finanziell Fakten schaffen. Geplant sind unter anderem der Verkauf eines Kalenders mit Motiven aus der Pfarrgemeinde, Benefizaktionen und sogenannte Pfeifenpatenschaften.
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