Wegberg - St.-Antonius-Klinik: Neuer Chefarzt will neue Schwerpunkte

St.-Antonius-Klinik: Neuer Chefarzt will neue Schwerpunkte

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Wegberg / Antonius-Klinik
Steht immer noch zum Verkauf: Die Klinik in Wegberg. Foto: Archiv/Koenigs

Wegberg. Während die Zulassung der Anklage unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge sowie fahrlässiger Tötung gegen den ehemaligen Chefarzt Dr. Arnold Pier bekannt gegeben wurde, präsentierte sich im St. Antonius der neue Chefarzt den Mitarbeitern.

Der 61-jährige Prof. Dr. Dr. Heiner Welter übernimmt die Leitung des angeschlagenen Krankenhauses. Welters Vorgänger Dr. Gerd Pattay, der der St.-Antonius-Klinik nach nur einem Jahr auf eigenen Wunsch verlässt, hat eine neue Aufgabe im Jemen gefunden, wo er für die „Gesellschaft für technische Zusammenarbeit” (GTZ) in der Hauptstadt Aden ein Krankenhaus aufbauen wird.

Den ehemaligen Mitarbeitern bescheinigte er eine „große Kompetenz” und sprach seine Hoffnung aus, dass sie diese zukünftig bei besseren Belegzahlen auch unter Beweis stellen können. Dies bezeichnete auch Welters als Ziel seiner Arbeit. Die Vorgeschichte des Krankenhauses bezeichnete er als „Hypothek”.

Trotzdem sei er optimistisch bezüglich der Zukunft des Krankenhauses und verwies auf die Zusage des Landes, bis Ende 2011 „eine sechsstellige Fördersumme” in Richtung Wegberg fließen zu lassen. „Auch das Land setzt auf das Wegberger Krankenhaus”, betonte er. Zunächst müssten jedoch die Belegungszahlen von derzeit 53 Prozent deutlich erhöht werden. Als Ziel nannte er eine Quote von rund 80 Prozent.

Dafür müsse auch wieder das Vertrauen der niedergelassenen Ärzte vor Ort gewonnen werden. Dies könne durch neue Schwerpunkte geschafft werden. Darüber hinaus setze er auf neue Techniken in der Gefäßchirurgie und eine Modernisierung der Unfallchirurgie. Allerdings sprach er sich auch gegenüber den Mitarbeitern gegen eine „Superspezialisierung” aus.

Vielmehr setze er auf eine „breite Basisversorgung”. Die Leitung des Antonius bezeichnete er als „eine Herausforderung”, der er sich gerne stelle. Auch wolle er sich dafür einsetzen, weitere Kollegen nach Wegberg zu holen, um so die Kompetenz des Hauses zu erhöhen. Welters wurde 1948 in Bergisch Gladbach geboren und studierte in Köln. Beruflich zog es ihn schnell nach Bayern.

1983 machte er seinen Facharzt für Chirurgie. Seine Spezialgebiete sind die Gefäß-, Unfall-, Thorax- und Visceralchirurgie. 1994 bekam er in München seine Professur verliehen. Auch als Sportarzt konnte Welter schon Erfahrungen sammeln, war er doch auch Mannschaftsarzt bei Fortuna Köln. Seine letzte leitende Tätigkeit übte er in Ibbenbüren aus. Welter ist mit einer Radiologin verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.
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