Heinsberg - Spurensuche im Mordfall „Siegfried Buback”

Spurensuche im Mordfall „Siegfried Buback”

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Michael Buback kommt nach Heinsberg.

Heinsberg. Am 7. April 1977 ermorden Terroristen der RAF Siegfried Buback und seine zwei Begleiter. „Es war wie ein Samenkorn, aus dem der Zweifel wuchs und immer stärker wurde. Das Koordinatensystem, in dem ich mich bewegte, war verschoben und an wichtiger Stelle sogar zerstört. Einfach nicht mehr an das Attentat und an die Frage nach den wahren Tätern zu denken war jetzt nicht mehr möglich”, sagt Michael Buback.

Bereits am Tag nach dem Attentat werden der Öffentlichkeit Fahndungsfotos der drei Täter präsentiert. Jahrzehntelang gab es keinen Anlass, an der Aufklärung des Mordanschlags zu zweifeln. Die Täter waren überführt, ihre Schuld gerichtlich festgestellt. Im Jahr 2007 streitet die Öffentlichkeit um die Begnadigung von Christian Klar, dem letzten Angehörigen der RAF, der noch seine Strafe, unter anderem für den Buback-Mord, verbüßt.

Plötzlich tauchen neue Informationen auf. Hat in Wahrheit eine vierte Person die Schüsse auf den obersten Ermittler der Republik abgefeuert? Wer war der Todesschütze? Michael Buback beginnt Fragen zu stellen. Und er stößt auf immer weitere Ungereimtheiten, die mit Ermittlungspannen oder Schlamperei allein nicht zu erklären sind.

Michael Buback ist Professor am Göttinger Institut für Physikalische Chemie, ein analytisch denkender Wissenschaftler, der daran gewöhnt ist, Problemen auf den Grund zu gehen und Widersprüche aufzuklären. Im Fall der Ermordung seines Vaters werfen die ersten, noch unschuldigen Fragen nach dem Täter bald immer neue Fragen auf. Wurden Erkenntnisse unterdrückt, Ermittlungsakten manipuliert? Ist es denkbar, dass Behörden seit Jahren über die Tathergänge genau Bescheid wussten? Dass sie ihr Wissen bewusst nicht weitergegeben haben, nicht an die Justiz und nicht an die Angehörigen? Kann es ein Interesse daran geben, den tatsächlichen Täter zu decken?

Unterlagen des Bundesamts für Verfassungsschutz könnten Aufschluss darüber geben. Doch sie werden im Frühjahr 2008 mit einem Sperrvermerk versehen. Der Grund: Eine Veröffentlichung „würde dem Wohl des Bundes Nachteile bereiten”. Aber wie kann die lückenlose Aufklärung eines Mordes das Wohl des Staates gefährden?

Zu viele Fragen bleiben. Im Rahmen der Gesprächsreihe „Auf ein Wort mit...”, die von unserer Zeitung gemeinsam mit Reiner Gollenstede ins Leben gerufen wurde, wird Rainer Herwartz, verantwortlicher Redakteur unserer Zeitung, am Montag, 8. Februar, 20 Uhr, mit Michael Buback versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Auch das Publikum ist in der Buchhandlung Gollenstede in der Heinsberger Hochstraße 127 eingeladen, sich an der Spurensuche zu beteiligen.

Tickets für die Veranstaltung gibt es in der Buchhandlung Gollenstede.
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