Spritpreise: Lust und Frust der Heinsberger Pendler am Hin und Her

Von: Monika Baltes
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Immer wieder greift der Berufs
Immer wieder greift der Berufspendler an der Tankstelle zur Zapfpistole, oft mehrmals in der Woche. Bei den steigenden Spritpreisen ist es kein erfreuliches Ritual. Nicht immer sind Fahrgemeinschaften möglich. Foto: mb (4)/Archiv (1)

Wegberg/Erkelenz. In schöner Regelmäßigkeit - wie ein Pendel - bewegt sich der Pendler zwischen Wohnort und Arbeitsstätte hin und her. Auch im Kreis Heinsberg verlassen täglich etwa 75.000 Pendler ihre Kommune.

Wie viele Stunden ein Pendler im Jahr im Auto verbringt, gestresst und allein mag man gar nicht nachrechnen. Die Benzinpreise erreichen Rekordhöhen - allein von September vergangenen Jahres bis heute ist er von 1,58 Euro auf über weit 1,70 Euro gestiegen. Der Pendler steht im Stau und seine Tankuhr sagt ihm, dass sein hart verdientes Geld im Stillstand verpufft. Umwelt und Klima bleiben auf der Strecke.

Internetportale führen Menschen mit gleichen Zielen zusammen. Pendlerportal.de - eines von vielen und in zehn Bundesländern tätig, darunter auch NRW - freut sich über 2080 erfolgreiche Vermittlungen und eine Verkehrsreduktion von 64,6 Millionen Kilometer seit 2007. Gemessen an der Vielzahl der Pendler aber ein bescheidener Anteil. Gemeinsame Fahrzeiten nicht abstimmen zu müssen, ist auch ein Stück Freiheit.

Also umsteigen auf die Bahn? Die vollen Parkplätze rund um den Erkelenzer Bahnhof belegen, dass das eine Alternative ist. Aber es geht ein Stück Flexibilität verloren, Verspätungen sind einzukalkulieren, zu Stoßzeiten sind die Züge überfüllt.

Der Umzug in Arbeitsplatznähe ist leider auch kein Allheilmittel. Arbeitsplätze werden öfter gewechselt und in einer Partnerschaft kann nur immer einer am Arbeitsort wohnen, der andere muss in der Regel fahren. Bei Familien kommt hinzu, dass Kinder nicht ständig dem gewohnten Umfeld entrissen werden können, Kinder brauchen Wurzeln. Gerade ältere Pendler führen auch Eigentum und Heimatgefühl als Motiv fürs pendeln an.

So sind die Autobahnen voll mit Autos, in denen nur einer sitzt. Pendler haben gute Gründe für ihr Tun, denn sie kennen beides, Lust und Frust am Hin und Her.
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