Heinsberg-Laffeld - Sportkeglerin Renate Schotes schiebt keine ruhige Kugel

Sportkeglerin Renate Schotes schiebt keine ruhige Kugel

Von: Georg Schmitz
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Vor wenigen Wochen kam Renate
Vor wenigen Wochen kam Renate Schotes von der Deutschen Meisterschaft zurück und brachte gleich zwei Meistertitel mit nach Hause. Die herausragendsten Erfolge gelangen der viermaligen Europa-Cup-Siegerin (Team) und Vize-Europameisterin im Doppel in den Jahren 2000 und 2001, als sie zweimal hintereinander die Vize-Weltmeisterschaft holte. Foto. Schmitz

Heinsberg-Laffeld. Renate Schotes (61) ist Sportkeglerin, will aber mit „Kneipenkegeln” nichts zu tun haben. Darauf legt sie großen Wert denn: „Die machen drei Wurf, dann setzen die sich hin und trinken.”

Sportkegler werfen die Kugel 120 mal hintereinander und geraten dabei mächtig ins Schwitzen. Seit 37 Jahren hat sich die in Laffeld lebende Hausfrau dem Sportkegeln verschrieben und zählt noch heute in ihrer Kategorie zur Elite in der Bundesrepublik. Zwischenzeitlich hat sie jede Menge Meistertitel in den Klassen Damen A und Damen B „erkegelt”.

Vor wenigen Wochen kam Renate Schotes von der „Deutschen” in Oberthal zurück und brachte gleich zwei Meistertitel mit nach Hause. Sie wurde nach 16 Einzel- und Mannschaftssiegen bei den Damen A im Laufe ihrer Karriere zum dritten Mal Deutsche Meisterin bei den Damen B. Damit nicht genug, mit dem Frauenteam gewann Renate Schotes auch den Mannschaftstitel.

Die herausragendsten Erfolge gelangen der viermaligen Europa-Cup-Siegerin (Team) und Vize-Europameisterin im Doppel in den Jahren 2000 und 2001, als sie zweimal hintereinander die Vize-Weltmeisterschaft im Damen A-Einzel holte. Hunderte Urkunden, viele Dutzend Pokale und Medaillen brachte Renate Schotes von den Meisterschaften. Darauf ist auch ihr Ehemann Hermann Schotes stolz. Der Unternehmer hat sie vor 37 Jahren an den Kegelsport heran geführt, was Renate Schotes so erklärt: „Mein Mann hat mich 1975 überredet, mal zum Kegeln auf die neu eröffnete Vier-Bahn-Anlage in Korschenbroich mitzukommen. Wirf mal 100 Kugeln, haben mich die Freunde von ihm dort angespornt.”

Schnell habe sie Spaß an dem Sportkegeln gefunden, sich intensiv reingekniet und pro Woche 1000 Kugeln geworfen. Damals noch in Korschenbroich wohnhaft, sei ein Duisburger Verein auf sie aufmerksam geworden. „Dort habe ich sieben Jahre gespielt, bis ich nach Bochum in die Bundesliga gewechselt bin”, erinnert sich Renate Schotes. In dieser Zeit schob sie bei weitem keine ruhige Kugel, sondern spielte sich an die Spitze in ihrer Kategorie.

Seit acht Jahren wohnt das Ehepaar Schotes in Heinsberg-Laffeld und fühlt sich hier wohl. Renate Schotes meldete sich beim Aachener Keglerverein an und spielt nun in der vierten Saison in der NRW-Liga. „Wir wollen 2012 mal versuchen, den Aufstieg zu schaffen”, setzt sie sich ein Ziel.

Ehemann Hermann ist ihr Trainer und weiß, was seine Frau schaffen kann. Bei der Einzelmeisterschaft vor wenigen Wochen warf Renate Schotes 820 Holz, die Zweitbeste brachte es auf 792 Holz. „Es ist immer ein langer Weg bis zum Meistertitel”, sagt die Sportkeglerin. Dieser beginnt mit der jeweiligen Vereinsmeisterschaft, führt über die Bezirks- und Gaumeisterschaft zur Westdeutschen.

Sind alle diese Hürden genommen, ist das Ziel Deutsche Meisterschaft erreicht. Nach Vorlauf und Zwischenlauf haben sich die besten Vier für die Endrunde qualifiziert. Bevor Renate Schotes sich den Sieg erkämpfte, hatte sie fast 60 Gegnerinnen hinter sich gelassen.

Die Deutschen Meisterschaften, die zumeist auf einer Acht-Bahn-Anlage ausgetragen werden, zögen viele hundert Zuschauer an. Vor soviel Publikum zu spielen, sei schon eine besondere Herausforderung. Jeder Teilnehmer werde aufgerufen, vorgestellt und dann gehe es los. „Wir werfen fünf Kugeln zum Aufwärmen”, erzählt Renate Schotes.

Auf jeder der acht nebeneinander liegenden Bahnen werde gespielt und jede Bahn habe einen anderen Charakter. „Jede Gasse ist anders zu spielen, man muss sich darauf einstellen können”, erklärt die Sportkeglerin. Konzentration, Präzision und Kondition seien die wichtigsten Voraussetzungen. „Das ist kein Kraftsport, man muss das richtige Gefühl mitbringen”, so Schotes. „Je fester, desto besser ist nicht die Devise, der perfekte Anlauf, Schwung und Abwurf sind das A und O”, ergänzt die Laffelderin.

Viele Auszeichnungen, auch auf Landesebene, hat sie schon entgegennehmen können. Von der Stadt Korschenbroich wurde sie als „Sportlerin des Jahres” ausgezeichnet. Von der Stadt Aachen wurde ihr 2011 für herausragende sportliche Leistungen das Karlssiegel verliehen.

„Der Sport tut mir gut, und so lange ich gesund bin, werde ich weiter kegeln”, sieht die 61-Jährige in die Zukunft.
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