Sport und Ganztag: Fachtagung gibt Infos, Impulse, Ideen

Von: defi
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Das Interesse an der Fachtagun
Das Interesse an der Fachtagung „Sportvereine kooperieren mit dem Ganztag - am Beispiel der Sportart Fußball” war groß. Es gab keinen freien Platz mehr im großen Sitzungssaal des Kreishauses. Foto: defi

Kreis Heinsberg. „Sportvereine kooperieren mit dem Ganztag - am Beispiel der Sportart Fußball” lautete der Titel einer Fachtagung, zu der Kreissportbund Heinsberg und Fußball-Verband Mittelrhein gemeinsam ins Heinsberger Kreishaus eingeladen hatten.

Das Interesse war groß: Rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer von Vereinen, Verbänden und Schulen, Trägern des offenen Ganztags und Kommunen sorgten für ein „volles Haus” im großen Sitzungssaal. Als Medienpartner begleitete der Zeitungsverlag Aachen die dreistündige Veranstaltung, die von Regionalredakteur Dieter Schuhmachers moderiert wurde.

Viele Übungsleiter aus Vereinen unterstützen Schulen im offenen Ganztag. Und es gibt bereits Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen - doch es könnten weitaus mehr sein. Auf dem Weg dorthin sollten Informationen vermittelt, Impulse gegeben und Ideen entwickelt werden. Landrat Stephan Pusch sagte in seinem Grußwort die Unterstützung des Kreises für die Zusammenarbeit von Schulen und Vereinen zu.

Bei einer Talkrunde wurde deutlich, wo die Probleme bei einer Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen liegen, aber auch, wo ihre Chancen liegen können. KSB-Vorsitzender Ronnie Goertz: „Das Thema brennt uns unter den Nägeln.” Weniger Kinder durch den demografischen Wandel und eine veränderte Schullandschaft würden auch den Sportvereinen schwierige Zeiten bescheren.

Mit dieser Fachtagung, so Goertz, sollten die Vereine motiviert werden, in eine Kooperation mit Schulen des Ganztags einzusteigen. Heinz Pütz, Leiter der Katholischen Grundschule Birgelen, zeigte auf, wie beide Seiten profitieren können. Pütz: „Die Musikvereine schöpfen das Potenzial, das an unserer Schule vorhanden ist, bereits ab.” Da komme der Dirigent in die Schule, erteile Unterricht, erkenne das Talent und gewinne Jungen und Mädchen für seinen Verein. „Die Sportvereine sollten da auch umdenken”, so Pütz. Hans-Josef Geiser, Urgestein des Sports und Vorsitzender des Stadtsportverbandes in Hückelhoven, räumte ein: „Die Sportvereine hatten große Bedenken.”

Befürchtet worden sei, dass Schüler, die den ganzen Tag lang in der Schule seien, danach nicht mehr zum Training gehen würden. Der Hückelhovener „Pakt für den Sport” empfehle den Vereinen aber, den Konsens mit dem Ganztag zu suchen. Es sei ihm bislang auch immer gelungen, Übungsleiter für den Ganztag auf Anfrage der Schulen zu finden. Markus Diederen, Geschäftsführer von Germania Bauchem, erklärte, es sei sehr schwierig, qualifizierte ehrenamtliche Mitarbeiter im Verein zu finden, die nachmittags in die Schulen gehen könnten. Eine echte Kooperation werde aber angestrebt. Angela Weingartz, Koordinatorin des außerunterrichtlichen Angebotes, das der Caritasverband an Offenen Ganztagsgrundschulen anbietet, sagte: „Wir würden die Vereine gerne mit ins Boot nehmen.”

In einem Impulsreferat beleuchteten Annette Maxheim, Leiterin der Europaschule (GGS) Geilenkirchen und Fachberaterin für den Offenen Ganztag, zusammen mit den Fachkräften für das Programm „NRW bewegt seine Kinder”, ­Anouk Laddach (KSB) und Sandra Fritz (FVM), die aktuelle Situation im Kreis. Birte Feyerabend von der Sportjugend NRW skizzierte die Rahmenvereinbarung über Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag.

„Markt der Möglichkeiten”

Beim „Markt der Möglichkeiten” wurden in der Pause unter dem Titel „Best Practice” gesammelte Kooperationserfahrungen präsentiert - unter anderem mit den Beispielen Schwimmen in Wegberg und Mädchenfußball in Breberen.

Konkrete Informationen wurden auch vermittelt zum Freiwilligen Sozialen Jahr und Bundesfreiwilligendienst (Referent: Oliver Zeppenfeld vom FVM), zum Sporthelfer-Programm (Referentin: Kerstin Sorhagen von der Sportjugend NRW) und zur Qualifizierung von Übungsleitern im Ganztag (Referentin: Brigitte Seiler vom KSB). Denn schließlich sollten auch Lösungswege und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Nicht zuletzt diente die Fachtagung natürlich dem Knüpfen von Kontakten. Und davon wurde nicht nur beim abschließenden „Come together” rege Gebrauch gemacht.

So sind die Fachkräfte zu erreichen

Die Fachkräfte von Kreissportbund Heinsberg und Fußball-Verband Mittelrhein für das Programm „NRW bewegt seine Kinder” hatten die Fachtagung vorbereitet.

Kreissportbund Heinsberg: Anouk Laddach, Stapper Straße 36, 52525 Heinsberg, Telefon 02452/904005 oder 0177/2433208, Mail-Adresse: ­anouk.laddach@ksb-heinsberg.de.

Fußball-Verband Mittelrhein: Sandra Fritz, Sövener Straße 60, 53773 Hennef, Telefon 02242/9187541, Mail-Adresse: sandra.fritz@fvm.de.

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