Spiel braucht sehr viel Platz

Von: Norbert F. Schuldei
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Für mehr als 120.000 Euro wurde die Spielanlage an der Fringstraße Ecke Herderstraße in Baal völlig neu gestaltet. Ein Eldorado für Kinder vom Kleinkind- bis ins Teeniealter ist das Foto: N. Schuldei

Hückelhoven-Baal. Keine Frage: Kinder müssen rennen, springen, klettern, schaukeln - kurz: Sie müssen sich bewegen. Dieser natürliche Drang aber wird heute von vielen Dingen eingeengt. Wer stundenlang Nintendo spielt, der bewegt allenfalls drei Finger, Computerspiele und ausgeprägter Medienkonsum machen schon Kinder zu Stubenhockern.

Das ist die eine, sozusagen die Zeitgeist-Seite, warum Kinder auch hier zu Lande vermehrt unter Übergewichtigkeit leiden. Wer sich nicht bewegt, verbrennt auch nichts.

Das Spiel ist die Arbeit des Kindes; für die geistige, seelische und soziale Entwicklung des Kindes ist das Spiel ebenso bedeutsam wie für das körperliche Gedeihen. Spiel braucht Platz. Und dieser Platz, das ist die andere Seite, wird immer rarer.

Die Umweltbedingungen selbst in mehr ländlich geprägten Regionen schränken Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang ein. Beengter Wohnraum, zu viel Verkehr und passive Freizeitgestaltung sind Gründe, dass heute schon jedes dritte Kind unter Bewegungsarmut leidet.

Wo freie Flächen nicht mehr vorhanden sind, muss man sie schaffen. Das setzt eine Kinder- und damit familienfreundliche Politik voraus. Die Stadt Hückelhoven hat allein in den vergangenen drei Jahren 1,1 Millionen Euro in die Hand genommen und alle Spielplätze in der Stadt und in den Ortschaften des Stadtgebietes unterhalten, erneuert oder völlig neu gestaltet.

„Wir können den demographischen Wandel der Gesellschaft nicht umkehren”, sagt Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen. Und er folgert: „Wenn du in unserem ländlichen Raum keine vernünftige Schullandschaft und auch Spielplätze zu bieten hast, kannst du junge Familien nicht halten. Die ziehen dann in die Ballungsräume.”

Hückelhoven, das ist seit Jahren über die Parteigrenzen hinweg politischer Konsens, will beides bieten: Eine alle Schulformen abdeckende Schullandschaft und attraktive Spielmöglichkeiten für die Kinder nach der Schule.

Das jüngste Kind dieses Konzeptes wurde jetzt seiner Bestimmung übergeben: Die für mehr als 120.000 Euro völlig neu gestaltete Spielanlage in Baal an der Fringstraße Die Anlage stammt aus dem Jahr 1975. Im Laufe der Jahre war der Spielplatz so heruntergekommen, das er als nicht mehr reparabel eingestuft und völlig neu überplant wurde.

Entstanden sind jetzt zwei Bereiche: Der obere für Kleinkinder, der untere Teil des barrierefreien Platzes für ältere Kinder. Beide Bereiche trennt eine Kletterwand, die als Felsen gestaltet ist.

Bei der „Möblierung” der Spielanlage wurden auch die Kinder befragt: Ihre Wünsche sind bei der Realisierung mit eingeflossen. Die Einbindung der Zielgruppe in die Entscheidungsfindung - auch das ist in Hückelhoven inzwischen fast schon Tradition.
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