Spenden sprudeln für Projekte in Brasilien

Von: Pia Wilbrand
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Dr. Hans Latour, Edith Curioni und Pater Wilhelm Mayer Foto: Heske

Hückelhoven. Brasilien - ein wunderschönes Urlaubsland: Sonniges Wetter, exotische Kulturen. Es gibt aber auch Menschen, die nach Brasilien reisen, um zu helfen. Wie Pater Wilhelm Mayer.

Er ist seit 34 Jahren in Brasilien tätig und unterstützt Projekte seiner Pfarre in Pilao Arcado im Nordosten Brasiliens. Dafür bekam er am Dienstag eine Spende von 500 Euro vom Hückelhovener Eine-Welt-Laden überreicht.

Zu verdanken ist diese Spende dem ältesten Mitglied, Edith Curioni. Sie hatte es sich zu ihrem 90. Geburtstag gewünscht. Auch Spenden der Kleiderkammer und der Katholischen Frauengemeinschaft St. Lambertus Hückelhoven kamen seiner Pfarre zu Gute.

Wilhelm Mayer kann schon einige Erfolge verzeichnen: 4000 Regenwasserzisternen sind errichtet worden. Lange Trockenperioden stellen immer wieder ein Problem in der Region dar. Derzeit werden außerdem 250 Kinder zwischen in einer Kindertagesstätte ganztägig betreut; eine Grundschulklasse wird zurzeit von 25 Kindern besucht. Im Pfarrzentrum ist ein Internat eingerichtet, um den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen. „Die Lehrerausbildung ist nicht so gut wie in Deutschland. Aber die Alphabetisierungsrate ist gestiegen”, berichtet Wilhelm Mayer.

Die Kindersterblichkeit ging durch den Bau der Zisternen und einer verbesserten Ernährungssituation zurück. 60 ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger, konnten eingestellt werden.

Seine tagelangen Reisen durch das 12.000 Quadratkilometer große Gebiet, eine Fläche, so groß wie die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf, bestreite er meist mit einem Maultier. Die Wege können kaum mit motorisierten Fahrzeugen befahren werden. Die Hitze mache ihm nicht mehr zu schaffen und „heute finde ich es hier sehr angenehm.” Die Anwesenden lachen, denn draußen ist es mittlerweile 27 Grad warm.

Ein weiteres Problem in Pilao Arcado stellen Landspekulanten und Landräuber dar, die Kleinbauern vertreiben, um ihr Land abholzen zu lassen oder Erze abzubauen. „Deshalb bilden wir mit Landbesitzern Gemeinschaften und ermöglichen es den Kleinbauern, mit Hilfe eines Anwalts die Eintragung ins Grundbuch. Damit sind sie dann offiziell die Besitzer.”Ein anderes Projekt ist die Errichtung von Minifabriken zur Herstellung von Kraftfutter für das Vieh. „Damit wollen wir eine Verbesserung der Ziegenzucht erreichen. Der Überschuss kann dann verkauft werden.”

Langfristig, so Pater Wilhelm Mayer, solle so die Landflucht vermieden werden. „Es ist also wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und die Leute nicht wie Bettler zu behandeln. Aber solche Fehler haben wir anfangs auch gemacht”, sagt Pater Mayer. Die Hilfe aus Deutschland sei aber „eine Zisterne auf dem heißen Stein.”

„Seit 1995 spendet der Eine-Welt-Laden ungefähr 3000 Euro im Jahr nach Pilao Arcado”, schätzt der Vorsitzende Dr. Hans Latour. Sein Bruder Jakob Latour konnte mit seiner Aktion 2000 Euro sammeln: Er holzt Bäume ab, aber statt eines eigenen Lohns, verlangt er Spendengelder.

„Es gibt auch noch andere Verbindungen zwischen dem Eine-Welt-Laden und Pilao Arcador”, so Hans Latour. Handarbeiten der Frauen aus dem Gebiet werden im Laden verkauft, und Judith Bürger geht zum wiederholten Male für sechs Monate nach Brasilien, um in der Pfarre vor allem mit und für Kinder zu arbeiten.
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