Spenden reichen nicht für Freizeiten

Von: gp
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Josef Wirtz mit Dr. Swetlana Shilova. Sie ist seine Ansprechpartnerin in humanitären Angelegenheiten.

Wegberg. Auf die Frage, wie er die gewaltigen Strapazen bewältigt, kommt eine knappe Antwort: „Für das Wohl der Kinder ist mir keine Aufgaben zu schwer.” Kürzlich weilte der fast 80-jährige Josef Wirtz wieder in Weißrussland; inzwischen zum 86. Mal.

An-und Abreise mit rund 3500 Kilometer, hatte er mit seinem Pkw unternommen. Schon lange engagiert sich Josef Wirtz in Weißrussland. Swetlana Shilova, eine angehende Ärztin aus Weißrussland, die vor 15 Jahren mit ihrer kleinen Tochter in der Region gestrandet war, benötigte damals für ein paar Tage eine Unterkunft.

Josef Wirtz und Gattin Anna nahmen sich der beiden an. Von ihrem Gast erfuhren sie über die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe und welche Folgen die Giftwolke hinterlassen hatte. Fortan sah es Josef Wirtz als seine Pflicht an, den Menschen, insbesondere aber den Kindern, zu helfen. Durch die Ärztin entstanden erste Kontakte nach Weißrussland. Seitdem stellten die Eheleute Hilfstransport zusammen, um die arme und kranke Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln und anderen Dingen zu unterstützen.

Kontakte mit dem Verein Tschernobyl-Hilfe Wegberg und der Vorsitzenden Helene Schlicht bewogen ihn, sich diesem Verein anzuschließen. In Zusammenarbeit wurden viele Projekte bewältigt. Eine der großen Aufgaben waren Ferienmaßnahmen für Kinder aus Weißrussland in Deutschland. So konnten zahlreiche Kinder, insbesondere diejenigen, die unten den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe litten, die Sommerferien in deutschen Jugendherbergen oder bei Privatfamilien verleben.

Die Kosten für diese Maßnahme nahmen im Laufe der Jahre Umfänge an, die aus Spenden nicht mehr zu realisieren waren. So wurde 2009 die von der Tschernobyl-Hilfe Wegberg finanzierte Ferienmaßnahme erstmals in einem weißrussischen Sanatorium durchgeführt. Auch hier half ihm Swetlana Shilova, inzwischen für die weißrussische Regierung tätig.

Die jüngste Reise von Josef Wirtz nach Weißrussland stand unter dem Aspekt, Kinder für den Ferienaufenthalt zu wählen. Erste Anlaufstelle war der Verein kinderreicher Familien in Brest, der seit Jahren aus Wegberg unterstützt wird.

Bevor Wirtz Minsk, die Hauptstadt Weißrusslands ansteuerte, gab es einen Abstecher zur Stadt Bobruisk. Auch hier wurden 15 Kinder für die Ferienmaßnahme ausgesucht. In Minsk besuchte er das Sanatorium. Mit Dr. Shilova verhandelte er über den Preis für die Maßnahme, die für 31 Kinder einen 21-tägigen Ferienaufenthalt beinhaltet. Die Summe von 9000 Euro wird ausschließlich vom Verein Tschernobyl-Hilfe Wegberg aufgebracht. Damit die Ferienfreizeit auch 2011 durchgeführt werden kann, hofft der Verein auf weitere Spenden.
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