SPD Hückelhoven moniert das fehlende Radwegenetz

Von: hewi
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Für Willi Spichartz das „zwe
Für Willi Spichartz das „zweitdümmste Bauprojekt seit dem Turmbau zu Babel”. Der Radweg endet in der Einfahrt zum Kreisverkehr am Landabsatz. Gefährliche Situationen sind vorprogrammiert. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Die Sozialdemokraten nutzen die Zeit bis zu den nächsten Wahlen, um kommunalpolitische Themen in Arbeitskreisen zu analysieren. Bisher wurden die Themen Stadtentwicklung, Kinderarmut und Verkehr intensiv bearbeitet.

Zum Thema Verkehr stellte die SPD nunmehr eine Dokumentation vor, die den Radverkehr in Hückelhoven in den Fokus rückt. Mittelfristiges Ziel müsse es sein, rund zehn Prozent der täglichen Kurzstreckenfahrten vom Auto aufs Rad zu verlegen. Gerade angesichts der Neuansiedlungen im Einzelhandel und der damit verbundenen zu erwartenden Steigerung des Verkehrsaufkommens in der Stadt sei es wichtig, möglichst viele Bürger aus dem Auto und aufs Rad zu bekommen, erklärte der Fraktionsvorsitzende Willi Spichartz bei der Vorstellung der umfangreichen Dokumentation. Dafür sei jedoch ein ausgebautes Radwegenetz nötig, an dem es in Hückelhoven nach Auffassung der Sozialdemokraten hapert.

Sie nennen Beispiele: Ortschaften wie Altmyhl haben keine Radwege. Verkehrsreiche Straßen wie die Grunewaldstraße in Millich mit einem Verkehrsaufkommen von rund 19 000 Kraftfahrzeugen pro Tag müssten den Radfahrern Sicherheit bieten. Auch auf der Breiten Straße in Hilfarth weichen die Radfahrer lieber auf den Bürgersteig aus, wo sie dann ihrerseits zur Gefahr für die Fußgänger werden.

„Da muss gehandelt werden”, betonte Heinz Meißner, der zusammen mit Hans Frank die Straßen der Stadt mit dem Rad abgeklappert hat. Ihre Beobachtungen haben die beiden Genossen fotografisch dokumentiert und zu einer Bestandsaufnahme zusammengestellt.

Zu sehen sind Radwege, die mittendrin aufhören, schlechte Markierungen und dürftige Beschilderungen. „ Auf dem Rad habe ich gelernt, die Stadt mit völlig neuen Augen zu sehen”, sagte Frank, der nach eigener Aussage mehr Zeit auf dem Rad als im Auto verbringt. Eine Lösung ist nach Auffassung der SPD ein geschlossenes Radwegenetz, das von den Autofahrern respektiert wird und den Radfahrern mehr Sicherheit gibt.

Als „zweitdümmstes Bauprojekt seit dem Turmbau zu Babel” bezeichnete Spichartz die Regelung der Radwege am Kreisverkehr Landabsatz. Denn dort münden die Radwege wenige Meter vor dem Kreisverkehr in die Straße. Radwege, die auf der Straße enden, seien ein „Hückelhovener Phänomen”.

Insgesamt herrsche ein großer Handlungsbedarf. Das werde jedoch von Verwaltung und CDU allem Anschein nach anders gesehen. „Das Thema hat bei der Mehrheitsfraktion einen geringen Stellenwert”, erklärte Spichartz. Das soll sich nun ändern, denn die Dokumentation wird sowohl dem Stadtmarketing als auch der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Angesichts der Haushaltslage sei klar, dass eine kurzfristige Lösung nicht in Sicht sei. „Wir leiten daraus keine utoplischen Forderungen ab, sondern orientieren uns am Machbaren.” Deshalb haben die Sozialdemokraten das Thema Radverkehr auch langfristig auf ihre Agenda gesetzt.

„Alle Maßnahmen müssen sich an den Möglichkeiten orientieren, die die Haushalte zulassen”, betonte Spichartz.

Anfang 2012 soll das Thema auf die Tagesordnung des Rates gesetzt werden. Neben der Verringerung des Verkehrsaufkommens in der City hätten die Radwege auch Einfluss auf die Entwicklung des Tourismus in Hückelhoven.

Die Bestandsaufnahme „Fahrradfahren in Hückelhoven” steht für interessierte Bürger zur Verfügung. Informationen erteilen Heinz Meißner, Tel. 02433/41732, oder Willi Spichartz, Tel. 02433/84232.

In diesem Jahr sollen die Untersuchungsergebnisse auch im Rat vorgestellt werden.

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