SPD fordert Rettungswache in der Gemeinde Selfkant

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Selfkant. Die SPD-Kreistagsfraktion hat einen Antrag zur Einrichtung einer Rettungswache auf dem Gebiet der Gemeinde Selfkant gestellt, der am 22. April im Ausschuss des Kreises Heinsberg für Gesundheit und Soziales beraten werden soll.

Die Sozialdemokraten fordern diese Rettungswache, „um die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung einschließlich notärztlicher Versorgung im Rettungsdienst sicherzustellen”.

In der Begründung wird darauf verwiesen, dass der Kreis als Träger des Rettungsdienstes verpflichtet sei, die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung sicherzustellen.

Laut Rettungsgesetz würden die Kreise Bedarfspläne aufstellen, in denen insbesondere Zahl und Standorte der Rettungswachen, weitere Qualitätsanforderungen sowie die Zahl der erforderlichen Krankenkraftwagen und Notarzt-Einsatzfahrzeuge festzulegen seien. Damit solle ermöglicht werden, dass eine annähernd gleich gute Versorgung aller Menschen im Planungsgebiet erfolge.

Nach den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen gelte im Notfallbereich die sogenannte „Hilfsfrist” im ländlichen Bereich von zehn bis maximal zwölf Minuten, die in 90 Prozent aller Notfalleinsätze zu gewährleisten und bei der Bedarfsplanung zu berücksichtigen sei.

Ausweislich der Kommentarliteratur sei eine Überschreitung von 15 Minuten in keinem Fall zu dulden, da ansonsten von einem Organisationsverschulden des Rettungsdienstträgers im Rahmen der Bedarfsplanung auszugehen sei.

Vorliegenden Datenerhebungen zeigen nach Darstellung der SPD, „dass die vorgegebenen Einsatzzeiten nicht ausreichend eingehalten werden können”.

In den Jahren 2006 bis 2008 sei es durchschnittlich in 74,3 Prozent der Fälle nur zu einer Eintreffzeit unter zwölf Minuten gekommen. In diesem Zeitraum habe es insgesamt 90 Fälle mit einer Eintreffzeit über 15 Minuten gegeben, das entspreche zirka jedem zehnten Einsatz.

Um die Genesung eines Notfallpatienten zu gewährleisten, müssten lebensrettende Sofortmaßnahmen durch geschultes Personal möglichst zeitnah durchgeführt werden, so die SPD.

Die Erfolgschancen bei einer Reanimation nach drei Minuten würden bei 75Prozent liegen, nach zehn Minuten nur noch bei fünf Prozent.

Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion darf das Leben der Menschen im Bereich der Gemeinde Selfkant nicht derart gefährdet werden. Der Kreis stehe in der Pflicht, eine bedarfsgerechte Rettungsdienstversorgung zu gewährleisten. „Wir sind der Auffassung, dass deswegen eine Rettungswache auf dem Gemeindegebiet Selfkant einzurichten und zu unterhalten ist”, erklärten Kreistagsabgeordneter Gerd Krekels und Fraktionsgeschäftsführer Michael Stock.

Ob dies durch die Verlegung einer bereits bestehenden Rettungswache oder durch eine Neueinrichtung zu bewerkstelligen sei, bleibe dem Kreis als Träger überlassen.

Die SPD-Kreistagsfraktion befindet sich nach eigenen Angaben „in guter Gesellschaft”, weil auch die Gemeindevertretung der Gemeinde Selfkant einstimmig den Beschluss gefasst habe, auf den Träger des Rettungsdienstes einzuwirken, eine weitere Rettungswache einzurichten.
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