SPD-Chef auf der „Suche nach dem verlorenen Anstand“

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
13862020.jpg
Kritisch zurück und positiv nach vorne blickte SPD-Vorsitzender Alf-Ingo Pickartz bei seiner Rede beim Neujahrsempfang. Foto: mabie

Übach-Palenberg. Genau eine Woche nach dem Bürgerempfang der Stadt Übach-Palenberg gibt es immer den Empfang zum neuen Jahr des SPD-Stadtverbandes. Und meist fallen im Mehrgenerationenhaus (MGH) am Palenberger Bahnhof dabei auch deutliche Worte.

Das war bei der jüngsten Auflage des Neujahrsempfangs der Sozialdemokraten in Übach-Palenberg nicht anders.

Vorsitzender Alf-Ingo Pickartz nahm in seiner Ansprache direkt Bezug auf die Worte von Bürgermeister Jungnitsch eine Woche vorher. „Den städtischen Neujahrsempfang hat unser Bürgermeister dazu genutzt, die Skandale um seine Partei und seine Amtsführung für nichtig zu erklären“, sagte Pickartz und begab sich in seinen im Anschluss von den gut 120 Anwesenden viel beklatschten Worten auf die „Suche nach dem verlorenen Anstand“. So habe sich die Stadt Übach-Palenberg „wohl eher ungeplant“, wie Pickartz es sagte, in die Schlagzeilen bugsiert.

„Wolfgang Jungnitsch ist für mich ein äußerst sympathischer Mann, der mir ein angenehmer Gesprächspartner ist, und er meint es auch gut mit der Stadt“, schickte Pickartz vorweg. Sicherlich sei „in Ansätzen“ auch erkennbar, dass Haushaltskonsolidierung und Förderung der Wirtschaft unter ihm funktionieren. Aber abseits des ungezügelten Flächenverbrauchs im Stadtgebiet für Wirtschaftszwecke liege die Zukunft der Stadt zu sehr in den Händen Dritter.

Unsaubere Kampagnen

Pickartz nannte hier Hartmut Urban. „Sein Wirken gegen den politischen Gegner, seine höflich unsauberen Kampagnen im Internet machten ihn zu einem begehrenswerten Mann“, so der SPD-Chef. Die CDU habe ihn engagiert und bezahlt, und fortan habe er Dinge getan, die, so Pickartz weiter, „man sich selbst nicht traute, und gerne anderen überlässt“. Den Gegner zu diffamieren und zu verunglimpfen stehe einer christlichen Partei aber nicht gut zu Gesicht. „Die CDU und der Bürgermeister versuchen, den Bürger nun für dumm zu verkaufen und ihm weiß zu machen, dass ein Skandal nur dann ein Skandal ist, wenn er eine nachgewiesene Straftat ist“, sagte er. Mit diesem Vorgehen sei der Anstand verloren gegangen, auch wertete Pickartz es als unanständig von der CDU, „ihren eigenen Bürgermeister lange Zeit im Stich zu lassen“.

Unanständig wäre es aber auch gewesen, wenn die Sozialdemokraten selbst ein Abwahlverfahren angestrebt hätten. „Unsere Stadt, die auf Augenhöhe mit Investoren verhandeln sollte, wäre in einer sehr schwierigen Phase handlungsunfähig geworden“, daher habe man nur auf Aufklärung und Entschuldigung hingearbeitet.

Die Bewertung all dieser Vorgänge werde der Bürger aber beim nächsten Wahlgang mit ins Kalkül ziehen, da war sich der SPD-Vorsitzende sicher. Dennoch hielt er es für falsch, Mut und Zuversicht sinken zu lassen. Es bedürfe auch eigener Anstrengung, um Werte zu schaffen. Das könne beispielsweise bei der Kulturlandschaft beginnen. So fräßen die Mietkosten für die für den Schulbetrieb notwendigen Container an der Hauptschule längst den Verkaufserlös auf, während es in anderen Kommunen für Gemeindehäuser Fördermittel gäbe. Wer sich zudem von vorneherein abhängig mache, dürfe sich nicht wundern, wenn er beispielsweise im Fall der Wasserkonzession einen rauen Gegenwind spüre.

Bildung, beispielsweise mit einer Fachhochschule für Lebensmitteltechnologie, eine Wohnungsmarktpolitik, die nicht zur Zersiedlung der Stadt führe, und ansehnliche Straßenzüge bei ohnehin anstehenden Neugestaltungen wünschte sich Pickartz. Auch ein Baulückenkataster, die Städtebauförderung und die „Zukunftsstadt Übach-Palenberg“ gehörten am Ende zu den Wünschen von Pickartz.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert