Sparkassen-Gespräch rund um das Thema „Digitale Revolution“

Von: disch
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Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher war erneut im Rahmen der Sparkassen-Gespräche als Referent zu Gast in Erkelenz. Foto: Lenz

Kreis Heinsberg. „Der Mensch und die abstrakte Maschine – was kommt auf uns zu?“ Mit einem Vortrag unter dieser Fragestellung hat Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher den Reigen der Sparkassen-Gespräche 2015 rund um das Thema „Digitale Revolution – Nutzen und Risiken“ abgeschlossen.

Das Mitglied des renommierten „Club of Rome“ war schon 2014 dabei, als es um Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch als globale Herausforderung ging. Und Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg, kündigte „Verantwortung“ als Leitthema für die Gesprächsreihe 2016 an. Möglicherweise auch mit Radermacher als einem der Referenten...

Im „Internet der Dinge“ werde es im Jahr 2030 schon 25 Milliarden technische Komponenten geben, so Radermacher. „Wir bauen die analoge Welt in eine digitale Welt um. Da kommen tolle Sachen auf uns zu, die werden die Welt verändern.“ Aber er merkte auch an: „Die digitale Maschine kommt damit zurecht – besser, als wir damit zurechtkommen. Wir verändern die Konditionen zu unseren Lasten.“ Radermacher prophezeite ein „unangenehmes Rennen zwischen Mensch und Maschine“.

Die Maschinen seien gut, würden ­immer schneller immer besser. Es gebe das Risiko, dass Millionen Jobs, auch hoch qualifizierte Jobs, verloren gehen könnten, weil die meisten Menschen keine Chance hätten, einen Mehrwert gegenüber einer Maschine zu produzieren.

Die rasante technische Entwicklung machte Radermacher unter anderem an dem Beispiel deutlich, dass ein Chip in einem Smartphone heutzutage 1000-mal leistungsstärker sei als der Rechner bei der Apollo-Mission. Der Großrechner habe damals 100 Millionen Dollar gekostet. Doch die Komponenten seien sehr schnell besser und billiger geworden.

Die Codierung von Informationen könne immer kleiner gemacht werden, sprach Radermacher von einer „unheimlichen Intelligenz“. Ein Chip, der heute fünf Euro koste, werde in 20 Jahren auch fünf Euro kosten, dann aber 1000-mal so gut sein wie der heutige Fünf-Euro-Chip, der dann vielleicht noch fünf Cent wert sei.

Die Menschen hätten digitale Maschinen geschaffen, die „uns völlig überlegen sind“, so Radermacher. „Ob wir Menschen die Maschinen kontrollieren oder ob die Konstrukte uns kontrollieren werden, steht auf des Messers Schneide.“ Möglicherweise würden in Zukunft nur noch Macht-­Eliten Maschinen kontrollieren. Die entscheidende Frage sei, ob die Menschheit die Entwicklung in vernünftige Prozesse lenken könne für zehn Milliarden Menschen.

„Wir können das schaffen“, sagte Radermacher, aber er machte gleich im folgenden Satz die Einschränkung ein, dass die Wahrscheinlichkeit größer sei, „dass wir das nicht hinkriegen, dass wir das Ding vor die Wand fahren“. Es gehe darum, die digitale Transformation zu nutzen, sie gesellschaftlich, ökologisch und sozial verantwortlich zu kontrollieren.

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