Sopericher Straße: Sofortiger Sanierungsbedarf der Kanalleitungen

Von: Anna Petra Thomas
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Der Rat beschließt eine Erhöhung der Gebühren. Die neue Abschreibungspraxis ist dafür wohl eine entscheidende Ursache. Foto: imago/biky

Waldfeucht. Zwei mögliche Varianten für die Sanierung der Kanalleitungen in der Sopericher Straße in Haaren stellte Heribert Nacken von der gleichnamigen Heinsberger Ingenieurgesellschaft in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Waldfeucht vor. Die Leitungen stammten aus den 1950er-Jahren. „Die haben ihre Lebenszeit langsam hinter sich“, schickte er vorweg.

Bei der Beurteilung sei heute neben der rein baulichen Betrachtung auch die hydraulische Belastung zu betrachten, erklärte Nacken. Gemeint ist damit die Belastung der Haltungen bei einem fünfjährigen Regenereignis. Baulich betrachtet seien rund die Hälfte der Haltungen in der Sopericher Straße auf Grund der Schäden der Zustandsklasse null zuzuordnen. Dies bedeute, dass sofortiger Sanierungsbedarf bestehe. „Das ist schon ein sportliches Bild. Das findet man selten“, befand er bei seiner Darstellung.

Das Ergebnis der Prüfung der hydraulischen Belastung sei jedoch „nicht so katastrophal“, fügte er gleich hinzu. Dabei sei festgestellt worden, dass für die Hälfte der Haltungen keine oder nur eine geringe Überlastung vorliege. Bei der anderen Hälfte wurde eine mäßige bis hohe Überlastung dokumentiert. Für die Schächte hieße dies der Untersuchung zufolge, dass 95 Prozent bei einem fünfjährigen Regenereignis einstauen und nur fünf Prozent überstauen würden, also zufließendes Wasser nicht mehr aufnehmen könnten. „Zusammengefasst bedeutet das, dass hydraulisch betrachtet eine Innensanierung knapp ausreichend wäre, aber baulich betrachtet nur in Teilbereichen möglich ist“, hieß es in der Verwaltungsvorlage. Innensanierung bedeute, dass eine Art Schlauch eingeführt werde, der dann aushärte, erklärte Nacken. „Aber der macht den Querschnitt kleiner.“

Seine Variante eins sah vor, zwei Drittel der Kanalleitungen in offener Bauweise einschließlich der Hausanschlussleitungen zu sanieren. Die restlichen Leitungen sollten mit einer sogenannten Inliner-Lösung saniert werden. Auch die Straßenoberfläche würde bei dieser Variante anschließend nur zu zwei Dritteln erneuert, bei Gesamtkosten in Höhe von 865.000 Euro. Bei Variante zwei, für die sich der Ausschuss auf Vorschlag Nackens und der Verwaltung dann einstimmig aussprach, soll der komplette Kanal nun in offener Bauweise einschließlich der Hausanschlussleitungen und der Schachtbauwerke erneuert werden. Dabei sollen entsprechend der hydraulischen Berechnung auch das Rohrgefälle und die Rohrdurchmesser über die gesamte Straße angepasst werden. Auch die Fahrbahnoberfläche wird über den gesamten Sanierungsbereich erneuert. Die Gesamtkosten bei dieser Variante belaufen sich auf rund 955.000 Euro.

Zum einen stamme der vorhandene Kanal aus den 1950er Jahren und sei bereits abgeschrieben, hatte Nacken für den kompletten Neubau argumentiert. Zudem belaufe sich der Investitionsunterschied auf nur zehn Prozent, und derzeit wisse niemand, wie haltbar eine sogenannte Inliner-Lösung sei. Zudem müsse bei einer Inliner-Lösung der Hausanschluss tatsächlich bis zum Haus und nicht nur bis zur Grundstücksgrenze durchgeführt werden. Schließlich seien die Anpassungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Hydraulik wesentlich besser als bei einer Teilsanierung in offener Bauweise.

Bis Ende 2015 soll die Baumaßnahme nun umgesetzt werden, versicherte Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen. Auch wenn es Schäden der Zustandsklasse null gebe, bedeute dies nicht, dass Gefahr im Verzug sei, betonte er.

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