Kreis Heinsberg - Solidaritätskollekte: „Weil Arbeit nicht vom Himmel fällt...”

Solidaritätskollekte: „Weil Arbeit nicht vom Himmel fällt...”

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Kreis Heinsberg. „Weil Arbeit nicht vom Himmel fällt... sind wir gefragt”: So lautet in diesem Jahr das Motto der Solidaritätskollekte für Arbeitslose in den Gottesdiensten der katholischen Kirche am 1. und 2. Mai.

Der Erlös der Kollekte sei zwar 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 7500 Euro angestiegen, erklärte Regionaldekan Winfried Müller bei der Vorstellung der Kollekte im Bildungszentrum der gemeinnützigen Caritas-Werkstatt Schierwaldenrath in Heinsberg an der Schützenstraße. Trotzdem sei er noch nicht zufrieden. „Es geht nicht nur ums Geld”, so Müller. Wichtig sei darüber hinaus die Bewusstseinsveränderung, die mit der Kollekte einhergehen müsse. „Wir müssen den Blick auf die Armen richten, sonst wird Kirche unglaubwürdig.”

In den Pfarreien müsse das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass es nach wie vor Menschen gebe, die von Arbeitslosigkeit bedroht seien, die arbeitslos seien oder die aus ganz unterschiedlichen Gründen noch nie den ersten Schritt hätten tun können in den Arbeitsmarkt, pflichtete ihm Gottfried Küppers als Geschäftsführer des regionalen Caritasverbandes bei. „Der Spruch arbeitslos - abgeschrieben ist nach wie vor aktuell”, erklärte er. „Unsere Aufgabe als Christen ist es, die Menschen wieder ranzuholen.” Die Menschen hätten die Hilfe verdient - und häufig führe sie auch zum Erfolg. Arm im rein finanziellen Sinne seien diese Menschen nicht zwangsläufig. „Sie sind eher arm an Möglichkeiten, weil sie an einer bestimmten Ecke mal Pech gehabt haben.”

So wie Marion Biermann, die jetzt in einem Beschäftigungsverhältnis im Rahmen des Bundesprogramms Job-Perspektive im Fairkaufhaus in Übach-Palenberg arbeitet. Gearbeitet habe sie eigentlich immer, berichtete sie. Aber aus Hartz IV herauszukommen, sei halt nicht so einfach ohne Ausbildung. Oder Peter Fahrendholz, der wie Marion Biermann zwar seinen Realschulabschluss gemacht hatte, danach aber auch keine Berufsausbildung absolvierte. Auch er kam über die Arge zur Caritas-Werkstatt und ist heute dort als Disponent im Möbellager beschäftigt.

Knapp 300 Menschen hätten allein im vergangenen Jahr im Bildungszentrum in Heinsberg an Maßnahmen teilgenommen, erklärte Hans Ohlenforst, der Leiter der Caritas-Werkstatt. 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer eines Jahres könnten im Schnitt wieder in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, ergänzte Ralf Mertens, der Leiter des Bildungszentrums.

Beim Oberbrucher Verein Amos, einem ebenfalls durch die Kollekte geförderten Projekt, setze man in diesem Jahr ebenfalls verstärkt auf Bildung, erklärte dessen Leiter Johannes Eschweiler. So beginne zum Beispiel in der kommenden Woche ein Deutschkurs, den eine Lehrerin im Ruhestand kostenlos anbiete.

Jeder Euro, der am ersten Maiwochenende im Rahmen der Kollekten für Arbeitslose gespendet werde, komme Projekten in der Heinsberger Region zugute, betonte Müller.

Spenden für die Arbeitslosenarbeit in der Region Heinsberg sind unter dem Stichwort „Solidarität für Arbeit” auch unabhängig von den Kollekten möglich, auf das Konto des Bistums Aachen bei der Pax Bank in Aachen (Bankleitzahl 37060193) mit der Kontonummer 105074.
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