Sohn des Mörders Janosch S. verurteilt

Von: Wolfgang Schumacher
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Georg S. wird zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Beihilfe zum Mord verurteilt. Foto: dpa

Kreis Heinsberg/Aachen. Eigentlich waren Janosch S. (70) und sein Sohn Georg S. (38) im Betrugsverfahren vor der 3. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts unter Vorsitz von Richter Thomas Küpper gemeinsam angeklagt. Groß angelegten Betrug an einem Bornheimer Rentner und einer Düsseldorfer Schmucksammlerin warf die Staatsanwaltschaft ihnen vor, es ging um rund 675.000 Euro.

Doch das Verfahren gegen den Vater hatte die Aachener Staatsanwaltschaft bereits eingestellt, aus gutem Grund. Denn zu gering wäre die Straf­erwartung angesichts der Strafe, die Janosch S. momentan bereits verbüßt. Der Geschäftsmann aus Wassenberg – er handelte mit Antiquitäten und Teppichen – war im Dezember 2013 zu lebenslanger Haft wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt worden.

Weil er geliehenes Geld in Millionenhöhe wieder zurückgeben sollte, hatte er im Oktober 2012 den Bruders eines Wassenberger Arztes auf einem Waldparkplatz nahe Wassenberg getötet und zwei Stunden später versucht, den Arzt selber beim nächtlichen Treffen an einer Landstraße bei Maria Hoop in den benachbarten Niederlanden mit Steinen zu erschlagen; zwei Helfer hatte Janosch S. bei den Taten dabei. Sogar die Eltern der beiden Brüder hätten später dran glauben sollen, stellte damals die Schwurgerichtskammer in dem spektakulären Verfahren fest. Janosch S. wurde aber vorher gefasst.

Angebliche Darlehensverträge

Damals in dem Mordverfahren waren die Betrugstaten von Janosch S. bereits mit verurteilt worden. Doch einige Taten, eben die jetzt verhandelten, waren sozusagen „noch offen“. In diesen insgesamt sieben Fällen spielt der älteste Sohn von Janosch S. eine Rolle: Georg S. hatte bei den Fahrten zu den beiden Opfern in Bornheim und Düsseldorf den Chauffeur gespielt und für seinen umtriebigen Vater sogar die angeblichen Darlehensverträge unterschrieben.

Georg S. war am Montag geständig, kassierte für seine Mithilfe eine zweijährige Haftstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Der älteste von drei Söhnen konnte dem Gericht klarmachen, dass auch er selber Opfer der betrügerischen Machenschaften seines Vaters war. Janosch S., erklärte er, habe die fatale Gabe gehabt, andere Menschen ganz schnell völlig für sich einnehmen zu können.

Selbst gebildete Menschen, so der Sohn am Montag vor Gericht, hätten ihm blind vertraut und ihm jede Menge Geld überlassen. Geld, von dem absolut nichts mehr ­übrig sei. Er habe den Vater als junger Mann bewundert, habe seine Fähigkeit, die Familie zusammenzuhalten – alle wohnten zusammen in einem teuren Haus – bewundert.

Später dann sei er des Öfteren nicht von seiner Seite gewichen, weil er „Schlimmeres verhindern“ wollte. So seien die Unterschriften unter den Verträgen zustande gekommen. Doch der Vater war nicht zu kontrollieren, schlimmer, am Ende standen ein versuchter und ein vollendeter Mord.

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