Skulpturen und Büsten beim Kunstverein der Region Heinsberg

Von: jwb
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Amy Winehouse, Terrakotto, engobiert, (2008) von Isolde Frepoli als „Gegenüber“ zu weiteren Ausstellungsskulpturen. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg zeigt in der Ausstellung „Gegenüber“ Werke der freischaffenden Bildhauerin und Künstlerin Isolde Frepoli. Eine Auswahl ihrer Skulpturen und Büsten ist in den Ausstellungsräumen auch während der Kunsttour im Kreis Heinsberg zu sehen. Mit einer Vernissage wurde die freischaffende Künstlerin der Öffentlichkeit vorgestellt.

Isolde Frepoli wurde in Savona in Italien geboren und wuchs in Rom auf. Ihr Studium als Bildhauerin an der Akademie der Bildenden Künste in München schloss sie bei Professor Erich Koch als Meisterschülerin ab, dessen Assistentin sie anschließend war. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Schlangen im Kreis Lippe.

Die Skulpturen und Büsten von Isolde Frepoli wirken durch ihre Form- und Oberflächengestaltung des jeweils bestimmten Materials. In der eröffneten Ausstellung im Kunstverein sind dies Terrakotta und Bronze. In ihnen materialisieren sich die Vorstellungen und Emotionen der Kunstschaffenden. „Mich interessieren Schönheit und die Haltung, das Formale an meinen Motiven“, betonte die Künstlerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Das genaue Hinschauen bei Personen sei in der italienischen Heimat ein alltäglicher Brauch und als Teil der Kultur anders präsent, als in anderen Ländern, ergänzte sie.

„Ich gehe nicht rational, sondern emotional an die Gestaltung meiner Werke ran“, erläuterte sie die Herangehensweise an ihre Arbeit. Terrakotta, Gips und Bronze aber auch Beton seien Materialien, mit denen sie arbeite. Mit den Regeln des Materials, nicht gegen den vorhandenen Widerstand des Materials zu arbeiten und dabei die richtige handwerkliche Technik anzuwenden, sei eine wichtige Voraussetzung für gelungene Gestaltung.

„Schön – ist das häufigste Wort, das zu hören war bei der Betrachtung der ausgestellten Werke“, begann Ingrid Trantenroth-Scholz, stellvertretende Vorsitzende des Kunstvereins, ihre Laudatio. Ein Begriff, der in der zeitgenössischen Kunst ein verpönter, ein „No go“- Begriff sei. Schönheit sei aber eine durchaus zutreffende Beschreibung für die Ausstrahlung der ausgestellten Werke von Isolde Frepoli.

Diese ständen ganz in der Tradition der griechisch-römischen Antike, in der Büsten und Skulpturen als Darstellung der Porträts von Personen geschaffen worden seien. Allen in der Ausstellung gezeigten Werken von Isolde Frepoli sei die gleiche formale Ästhetik eigen. Die zeige sich in der ruhigen Haltung der Figuren, bei denen keine große Bewegung feststellbar sei, sondern dem Betrachter in Form ruhiger Anmutung entgegentrete.

Die Oberfläche der Skulpturen weise kaum Spuren der Bearbeitung auf, zeige prägende Strukturen, die auf einen bestimmten Ausdruck schließen ließen. Dadurch werde die ausgestrahlte Ruhe und Konzentriertheit der Figuren noch unterstützt. Die Augen würden scheinbar in die Richtung des Betrachters blicken und doch nähmen sie keinen kommunikativen Kontakt auf. Der Blick scheine nach innen gerichtet, setzte Trantenroth-Scholz ihre Beschreibungen fort.

Die nuancierte Farbigkeit, die die Künstlerin zur Geltung gebracht habe, werde durch den Einsatz von Engoben, die aus Naturpigmenten beständen, erzeugt. Dieses Material erfordere einen geübten Umgang, da die endgültigen Farben erst durch das Brennen sichtbar würden und eine spätere Korrektur nicht mehr möglich sei. Eine Besonderheit stelle die Büste der verstorbenen Popsängerin Amy Winehouse dar.

Bald in München

Die Strenge des symmetrischen Aufbaus der Büsten habe Ähnlichkeit mit der Büste der Nofretete, der ägyptischen Herrscherin. Und die nächste Ausstellung der Künstlerin Isolde Frepoli erfolge mit der Standfigur „Stehende Bronze“ im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München, fügte die Laudatorin an.

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