Sinfonieorchester setzt furioses musikalisches Ausrufezeichen

Von: ulla
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In der Erkelenzer Stadthalle: Das Sinfonieorchester Aachen unter Leitung des Dirigenten Kazem Abdullah spielte beim Meisterkonzert von der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg auf. Foto: Koenigs

Erkelenz. Ein furioses musikalisches Ausrufezeichen setzten die Meisterkonzerte der Anton-Heinen-Volkshochschule in der Erkelenzer Stadthalle: Zu Gast war das Sinfonieorchester Aachen, in dessen fast 300-jähriger Geschichte Namen wie Herbert von Karajan und Wolfgang Sawallisch schon Garanten für Qualität waren.

In die Reihe dieser Großen reihte sich würdig ein der Amerikaner Kazem Abdullah, seit der Spielzeit 2012/13 Generalmusikdirektor der Aachener Sinfoniker, der mit seiner mitreißenden und vitalen Bühnenpräsenz seine Musiker immer wieder zu Höchstleistungen anspornte.

Das Konzert begann mit der ­Ouvertüre zur spätromantischen Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck (1854-1921), der mit diesem gemütvollen und innigen Werk die Welt der Märchen lebendig werden ließ. Und so mag sich mancher Zuhörer in seine Kindheit zurückversetzt gefühlt und das Hexenhaus mit der bösen Bewohnerin vor Augen gehabt haben.

Als Nächstes stand auf dem Programm das „Konzert für zwei Klaviere und Orchester in Es-Dur KV 365“ von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) mit den Sätzen Allegro, Andante und Rondo, allegro, das er mit 24 Jahren für sich und seine Schwester „Nannerl“ schrieb.

In diesem Werk haben die beiden Klaviere einerseits durchaus selbstständige Aufgaben zu bewältigen, die sich in mitreißenden Dialogen äußern, andererseits sind auch die Dialoge mit dem Orchester von besonderem Reiz. Eine temperamentvolle Fröhlichkeit durchzieht das Werk. Dass all dies auf hervorragende Weise gelang, war vor allem den Solisten Florian Koltun und Xin Wange zu verdanken, die beide mit zahlreichen Preise und Ehrungen internationales Renommee erworben haben.

Nach der Pause folgte dann die „Sinfonie Nr. 3 in F-Dur op. 90“ mit den Sätzen Allegro con brio, Andante, Poco Allegretto und Allegro von Johannes Brahms (1833-1897). Über dieses Werk schwärmte Brahms‘ Freund Antonin Dvorák: „Welch herrliche Melodien sind darin zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.“

Diesem Lob konnten sich die zahlreichen Zuhörer durchaus anschließen, zeichnete sich das Werk doch durch mehrere Besonderheiten aus. Das Thema des ersten Satzes zog sich in vielerlei Variationen durch das ganze Werk und wurde von vielen Instrumenten umgestaltet. Bei den Fortissimi schienen die gewaltigen Klänge die Akustik der Halle zu sprengen.

Nach langem und stürmischem Beifall und natürlich Blumen für den Dirigenten und die Solisten wollte das Publikum unbedingt eine Zugabe erzwingen. Die Reaktion von Kazem Abdullah: keine Zugabe, aber herzliche Einladung nach Aachen!

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