Sieben großformatige Fotografien von Michael Reisch

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Beim Kunstverein Region Heinsberg: Michael Reisch mit seiner Fotografie „Landschaft 1/026”. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Michael Reisch ist Fotograf. „Landschaften” heißen die sieben großformatigen Fotografien mit Abmessungen von bis zu 1,25 mal 2,20 Metern, die zwischen 2002 und 2006 entstanden sind und die er noch bis zum 20. März beim Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof in Unterbruch zeigt.

Und doch trifft der Begriff „Foto” nicht genau das, was die Werke von Reisch ausmacht. „Ich gehe von der realen Landschaft aus”, erklärte der Künstler bei der Eröffnung seiner Heinsberger Ausstellung. Aber er glaube nicht daran, dass ein Foto tatsächlich die Realität abbilde.

Wie ein gemaltes Bild sei auch ein Foto eine Konstruktion der Wirklichkeit. „Das geht bei mir soweit, dass ich mich ganz von der Abbildung löse.” Das Abgebildete werde weitergedacht, bis hin zu einer imaginären, dreidimensionalen Skulptur, beschreibt er seine Arbeit am Computer nach der Landschaftsaufnahme mit der Großbildkamera.

„Landschaft wird so zu einer homogenen, knetbaren Masse”, so Reisch. Deshalb werde dem Betrachter keine Blickrichtung vorgegeben, und es bleibe ihm überlassen, „wo er in die Fotografie einsteigt und wie er sich in ihr weiterbewegt”, betonte die Kunsthistorikerin Christina Kral bei ihrer Einführung in die Ausstellung.

Die Panoramen wunderschöner Landschaften, als Papierabzug rahmenlos und ohne Rand eingebettet zwischen Aluminium und transparent glänzendem Acryl, würden den Betrachter beunruhigen und irritieren, ihn in gleichem Maße aber auch beeindrucken. Sie seien abweisend, aber zugleich auch einladend.

Grund dafür ist die Verunsicherung, die der Betrachter erfährt. Weil Reisch aus den Landschaften Menschen, Straßen oder Gebäude entfernt, fehlen ihm jegliche Anhaltspunkte, die es ihm normalerweise ermöglichen würden, Größenverhältnisse und damit die Dimensionen des Abgebildeten einzuschätzen.

Auch Farben und Lichtverhältnisse verändert der Künstler. So ist all seinen Naturansichten neben der Farbe Grün als dominierendes Element ein durchgängig grau verhangener Himmel gemein. „Durch Reischs Eingriffe soll den Bildern jedes erzählerische Element genommen werden. Sie sollen keine Geschichten übermitteln, sondern der Rezipient wird eingeladen, sich selbst, seine Erinnerungen und Vorstellungen von Natur in sie hinein zu projizieren”, so Kral.

Bis zum 20.März läuft die Ausstellung „Landschaften” mit Fotografien von Michael Reisch beim Kunstverein Region Heinsberg im Heinsberger Stadtteil Unterbruch, Horster Hof 1.

Geöffnet ist sie sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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