„Showtime“ Malerei von Tatjana Utz ist angesagt

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„Showtime“ von Tatjana Utz: Ihre Malerei wird beim Kunstverein Region Heinsberg gezeigt. Foto: Arthur Lietze

Kreis Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch (Horster Hof) präsentiert ab kommenden Sonntag, 8. November, unter dem Titel „Showtime“ Malerei von Tatjana Utz. Die Ausstellung läuft bis zum 29. November. Das Bildsujet der neuen Serie „Showtime“ entnimmt Tatjana Utz einem Umfeld, das in der darstellenden und bildenden Kunst sowie in der Gesellschaft eine lange Tradition hat.

Die Travestie, also die Darstellung einer Bühnenrolle durch Personen des anderen Geschlechts, gibt es schon im Theater der Antike, wo weibliche Rollen von Männern gespielt wurden. Seit der Moderne entwickelt sich der Begriff des Travestiekünstlers, wobei das Repertoire von der Imitation von Stars bis hin zur Erschaffung eigener Bühnenfiguren reicht.

In der Serie „Showtime“, die in der Ausstellung beim Kunstverein gezeigt wird, stellt die Künstlerin die Verwandlung der Transvestiten in unterschiedlichen Stadien dar. In den Techniken der Acryl-, Öl- und Aquarellmalerei sowie in Objektkästen und Installationen hält sie diese unterschiedlichen Stadien fest und erlaubt seltene Einblicke in die Welt hinter den Kulissen beim Umkleiden und Schminken, bis eine völlige äußerliche Umwandlung vollzogen ist.

Die Phasen der Verwandlung sind nicht als abbildhafte genaue Dokumentation zu verstehen. Tatjana Utz reflektiert in ihren Arbeiten Befindlichkeiten, die in den unterschiedlichen Bedürfnissen und Anlagen der menschlichen Existenz zu finden sind.

Durch die malerische Umsetzung doppelt sie den Akt der Bemalung. Dabei kommt dem Schminken eine exponierte Bedeutung zu. Bemalungen des Körpers und der Körperteile haben in den unterschiedlichen Kulturen verschiedene Funktionen, die über das ursprüngliche äußere Erscheinungsbild hinausgehen. Auch im Alltag ist zu beobachten, dass die Menschen bemüht sind, einen möglichst attraktiven äußeren Eindruck zu übermitteln, indem sie sich der Korrektur, vor allem der des Gesichtes, durch das Schminken unterziehen.

Tatjana Utz hält die Veränderungen, die sich mit den Personen vollziehen, in ihrem gewählten Medium der Darstellung fest, indem sie die Bemalung der Haut auf der Fläche nachvollzieht. In einem sichtbaren Pinselstrich und expressiven Farbspektrum überhöht sie die Wirkung der Verwandlung. Damit unterstreicht sie das maskenhafte Erscheinungsbild des Individuums, sodass das Ursprüngliche verloren geht und durch eine neue Identität ersetzt wird.

Ausschnitthafte Bildkompositionen, die stellenweise vom Bildrand angeschnitten werden, steigern den kraftvollen Ausdruck. Der sichtbar gerichtete Pinselduktus wird verdeutlicht und verstärkt den expressiven Eindruck und die malerische Qualität.

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