Seltener Besuch: Katholiken in der Moschee

Von: hewi
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Die Abordnung der katholischen
Die Abordnung der katholischen Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) wurde in der Moschee an der Hilfarther Straße von den Hausherren warmherzig empfangen. Der entstandene Dialog wird fortgesetzt. Foto: Koenigs

Hückelhoven-Hilfarth. Besonderen Besuch gab es in der Ditib-Moschee an der Hilfarther Straße. Eine Abordnung der katholischen Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) war gekommen, um sich vor Ort über das Leben und Denken der gläubigen Muslime zu informieren.

Die Besucher informierten sich über die Gebetsrituale der Muslime und die Funktionen der Moschee, die weit über das gemeinsame Gebet hinaus gehen.

In dem ehemaligen Möbellager, das die Gemeinde vor elf Jahren erwarb und in Eigenleistung ausbaute, gibt es auch Konferenz- und Versammlungsräume, eine Teestube sowie eine Bibliothek. An Feiertagen besuchen bis zu tausend Gläubige die Moschee zum gemeinsamen Gebet. Zahlen, von denen man in der katholischen Kirche nur träumen kann.

Mit großem Interesse hörten die Besucher ihren Gastgebern zu und stellten auch viele Fragen. Pastoralreferent Norbert Reyans betonte, dass die Auseinandersetzung mit den muslimischen Mitbürgern ein „kontinuierlicher Prozess” sei, der bewusst begonnen wurde.

Imam Musa Gökce demonstrierte den Ablauf eines Gebetes und zitierte auch Suren aus dem Koran. Gökce betonte, dass der Gemeinde sehr am geistigen Austausch gelegen sei. „Ich danke Ihnen, dass Sie Ihre Türen für uns geöffnet haben”, erklärte er auf Türkisch. Noch muss Adem Sönmez für den Gelehrten übersetzen, denn Gökce ist erst seit drei Monaten in Hückelhoven.

Türkischer Beamter

Als Religionsgelehrter ist er türkischer Beamter und verpflichtet, fünf Jahre lang die Gemeinde in Deutschland zu betreuen. Vielleicht kann man den Gelehrten demnächst auch in anderer Funktion in Hückelhoven wirken sehen. Denn Gökce ist nicht nur Fußballfan sondern auch Schiedsrichter, wie der Integrationsbeauftrage Heinz-Josef Schmitz betonte. Wenn es nach ihm ginge, würde der Imam schon bald Spiele pfeifen. Denn die Fußballregeln sind in allen Ländern gleich und was eine rote Karte bedeutet, versteht man auch ohne Türkischkenntnisse.

Dass die Katholiken den ersten Schritt auf die Moscheegemeinde zu gemacht hatten, freute auch den Vorstandsvorsitzenden Adem Onur. Mit den evangelischen Christen pflegen die Muslime schön länger eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Im Jahr 2010 traf man sich sogar abwechselnd in der Moschee und in der Friedenskirche zum gemeinsamen ökumenischen Gebet.

Nun konnte Onur den Gästen nicht ohne Stolz das Team der Beauftragten vorstellen, mit dem sich die Gemeinde für den Dialog mit ihren christlichen Mitbürgern rüstet.

Die neun jungen Männer und Frauen haben zehn Wochen lang an den Wochenenden in Köln und Leverkusen an Schulungen teilgenommen. „Vorgesehen waren zwei Dialogbeauftragte pro Gemeinde”, erklärte Onur. „Da waren wir besonders fleißig.”

Ein Gegenbesuch bei der GdG sei fest eingeplant, erklärte auch die Vorsitzende des GdG-Rates, Hiltrud Derix.
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