Selfkänter Schullandschaft entwickelt sich positiv

Von: agsb
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Das Süsterseeler Kapellchen steht im Flächennutzungsplan außen vor und ist ein Wahrzeichen im Selfkantland, wird tagsüber von vielen Wandern besucht. Foto: agsb

Selfkant-Süsterseel. Im Rahmen einer Bürgerversammlung in Selfkant-Süsterseel überraschte Bürgermeister Herbert Corsten die Zuhörer mit einer fast überschwänglichen Nachricht. Nicht nur, dass trotz der negativen Prognosen in Sachen Schülerzahlen die Grundschulen und auch die Gesamtschule boomen, das Land NRW stellt der Gemeinde Selfkant aus dem Programm „NRW.Bank Gute Schule 2020“ einen Kredit in Höhe von 756.539 Euro zur Verfügung.

Mit insgesamt zwei Milliarden Euro will das Land NRW gemeinsam mit der NRW.Bank die kommunale Schulinfrastruktur modernisieren, sanieren und ausbauen. Das erste Jahr ist tilgungsfrei, danach übernimmt das Land die Tilgung der Kredite, die über 20 Jahre laufen.

Pro-Kopf-Verschuldung steigt

Corsten jedoch ist misstrauisch. Dieser Betrag müsse im Haushalt unter Kredite gebucht werden – den man zwar nicht zurückzahlen brauche, und alljährlich flattere von der Landesregierung sogar die Tilgung ins Haus, so dass sich im Haushalt der Betrag verringere. Der Haken bei der ganzen Sache sei aber, dass sich durch den aufgenommenen Kredit im Haushalt die Pro-Kopf-Verschuldung (derzeit 51 Euro im Selfkant) erhöhe.

„Gleichzeitig kann die Landesregierung nach außen hin deutlich machen, dass sie Forderungen an die Kommunen hat, und verschuldet sich weiter. Das lässt Gedanken zu wahlkampfbedingten Taschenspielertricks aufkommen“, sagte der Bürgermeister, der dieses Thema bereits in seiner Neujahrsansprache angesprochen hatte. „Wir nehmen das Geld“, ließ Corsten jedoch wissen, denn der Bedarf ist da.

Angedacht ist der Anbau eines Klassenraumes an der Grundschule in Süsterseel, ferner die Dachsanierung der Westzipfelschule Saeffelen. Dort soll ein früherer Lagerraum in einen Klassenraum umgebaut werden. Selfkants Erster Bürger freute sich über den Schülerboom in den Grundschulen. „Ich erhielt sogar eine Anfrage einer in Holland wohnenden Familie, die ihr Kind im Selfkant zur Schule gehen zu lassen will.“

Ebenfalls sehr zufrieden ist der Bürgermeister mit der Entwicklung der Gesamtschule Gangelt-Selfkant. Bewährt habe sich die Einteilung mit dem Haus der Kinder (die ersten drei Jahre), dem Haus der Jugendlichen (die mittleren drei Jahre) und dem Haus der jungen Erwachsenen (die letzten drei Jahre).

Laut Schulleitung sind 63 Prozent der Schüler auf dem Weg zum Abitur – also mehr als 350 Kinder. „Die gesamte Tendenz in der Schullandschaft sah eigentlich ganz anders aus“, sagte Corsten und freute sich über diese positive Entwicklung. Auch die Einwohnerzahl entwickele sich gegen den Trend: Sie soll bis 2030 auf 11.448 Einwohner steigen.

Im Rahmen der Bürgerversammlung wurde außerdem gemeinsam mit Heinz Stassen der neu erstellte Flächennutzungsplan vorgestellt. Wobei der Bürgermeister ausdrücklich darauf hinwies, dass dieser Flächennutzungsplan zur Weiterentwicklung und Vorausschau bis 2030 diene, sich hieraus aber kein Baurecht ableite. „Wir müssen auf Dauer planen und werden diese Pläne, wenn sie fertiggestellt sind, öffentlich für jedermann einsehbar vorlegen.“

Angedacht für die Zukunft sind unter anderem weitere Neubaugebiete auf der Gegenseite des Friedhofs. Ferner Gewerbeflächen entlang der einstigen Transitstrecke Richtung Höngen. „In Sachen Neubaugebiete möchten wir am Ball bleiben“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Stassen.

Positive Effekte durch B56n

Die Wirtschaftsexperten sehen durch die Fertigstellung der B56n mit Anschluss an das Autobahnnetz einen positiven Effekt für die Gewerbegebiete und den Arbeitsmarkt.

Wobei ein bereits vorgefertigter Plan für Süsterseel ein Gewerbegebiet rund um das „Kapellchen“ (entlang L410 Richtung, einstige Transitstrecke ab Kreisverkehr Richtung Höngen) entwarf.

„Das Kapellchen ist außen vor“, so lautete die klare Aussage des Ortsvorstehers Seff Lippertz, und dafür erhielt er ein Schulterklopfen des Bürgermeisters. Die Pläne wurden bereits dementsprechend geändert.

Bürgermeister Corsten verkündete ferner, dass mit der Sanierung des Radweges zwischen Süsterseel und Jabeek baldigst begonnen wird, die Gelder mit 75 Prozent Förderung von der Bezirksregierung wurden bereits bereitgestellt.

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