Selbstbehauptung durch Selbsterkenntnis

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Erkelenz. Zum dritten Mal war das Jugendzentrum ZaK in Erkelenz Treffpunkt für Jungen, die eine Einführung in ein Selbstbehauptungstraining bekommen möchten.

Seit drei Jahren findet im ZaK ein Wochenende für Jungen im Alter zwischen neun und elf Jahren statt, bei dem die Jungs einen Einblick bekommen, wie sie stärker und selbstbewusster in unbekannten Situationen handeln können und so nicht zum Opfer alltäglicher Gewalt werden.

Zehn Jungen trafen sich zusammen mit dem Jugendleiter Detlef Bonsack und den ehrenamtlichen Jugendlichen Tobias Zahn und Alexander Paulus im ZaK, um sich zu stärken und gegenseitig zu helfen. Nach einer Vorstellungsrunde und gegenseitigem kennen lernen zeichneten sich die Jungen gegenseitig als lebensgroße Körperumrisse ab. Die Umrisse malte jeder so aus, dass jeder die Besonderheiten und Stärken erkennen konnte.

So geschah eine erste Auseinandersetzung jedes einzelnen mit sich selbst. Das gemeinsame Tun, der gemeinsame Spaß und das direkte Erleben stehen immer im Mittelpunkt des Programms. Der Tag endete mit einem kleinen Feuer und Stockbrot, so dass die Jungen „leicht geräuchert” aber frohgelaunt von ihren Eltern in Empfang genommen wurden.

Der zweite Tag begann mit einer Begrüßungsrunde und einer Einführung in den Begriff der Gewalt, speziell auf die Lebenswelt der zehn Jungen bezogen. Die nächsten zwei Stunden verbrachten alle in der Sporthalle der GHS Erkelenz-Mitte.

Die Körperkraft einsetzen

Hier standen neben kooperativen Spielen auch so genannte Kampfspiele auf dem Programm. Hier geht es immer darum, seine Körperkraft so einzusetzen, dass es für andere oder für sich selbst hilfreich ist. Zum Abschluss dieses Teils gab es eine Menschenpyramide und einen Ringkampf mit klaren Regeln.

Nach einem kleinen Mittagsimbiss im Jugendzentrum und einer Pause mit „Freispiel”, beschäftigten sich die Jungen mit eigenen Gewalterfahrungen, und den möglichen Umgang mit solchen Situationen. In einem Rollenspiel wurden Situationen nachgespielt und verschiedene Verhaltensmöglichkeiten ausprobiert. Die Wirkung von Körperhaltung, Mimik und Gestik wurde hier besonders beobachtet.

Als Abrundung dieses Teil beschäftigten sich die Jungen noch mit ihren persönlichen Grenzen und durften schließlich ihre eigene Schlagkraft an Schlagpolstern testen. Dies dient dazu, dass die Jungen erleben wie viel „Power” in ihnen steckt. Nach dem positiven Feedback aller Beteiligten, gab es noch eine kleine „Nachtwanderung”. Nach der Hälfte der Wanderung konnten die Jungen auf etwa hundert Meter auf einem dunklen Weg einmal testen, wie sie sich alleine auf diesem Weg fühlen und selbstbewusster gehen können. Als die Eltern die Jungs am Jugendzentrum in Empfang nahmen, sagten einige: „Hoffentlich sehen wir uns wieder und können uns weiter mit diesem Thema beschäftigen”. Da es eine bestehende Jungengruppe gibt, könnte diese Hoffnung erfüllt werden.
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