Waldfeucht-Haaren - Sekundarschule Haaren: Charakter der Schule bleibt familiär

Sekundarschule Haaren: Charakter der Schule bleibt familiär

Von: Nalini Dias
Letzte Aktualisierung:
Willi Florack
Ist davon überzeugt, dass die Gemeinde Waldfeucht mit der Sekundarschule für die Zukunft bestens gerüstet ist: Schulleiter Willi Florack. Foto: Nalini Dias

Waldfeucht-Haaren. In den Fluren der Verbundschule Haaren sollen sich die Schüler wohlfühlen. Überall hängen kunstvolle Bilder, die die Fünft- bis Zehntklässler selbst gestaltet haben. „Wir möchten eine familiäre Atmosphäre mit Wohnzimmercharakter schaffen”, erklärt Schulleiter Willi Florack.

Dass der Einrichtung das zumindest in Teilen gelingt, beweisen nicht nur die ausgelassen spielenden Schüler während der Pause auf dem Schulhof, sondern das zeigt auch der freundschaftliche Umgangston, der im Hause herrscht. Und das soll auch so bleiben, wenn zum Schuljahr 2013/14 die Sekundarschule eingeführt wird.

Die Entwicklung der weiterführenden Schule in der Gemeinde Waldfeucht ist enorm: Aus der einstigen Gemeinschaftshauptschule wurde im Jahr 2010 die Verbundschule mit Real- und Hauptschule unter einem Dach. Ab Sommer 2013 soll diese in die Sekundarschule umgewandelt werden, die dann zugleich gymnasiale Unterrichtsstandards im Ganztagsbetrieb bietet.

„Die Sekundarschule ist sozusagen eine kleine Gesamtschule für kleine Kommunen wie Waldfeucht, nur dass eben die gymnasiale Oberstufe fehlt”, verdeutlicht Florack. Im Grunde werde das Konzept der Verbundschule beibehalten beziehungsweise erweitert. Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Waldfeucht - derzeit 420 - werden weiterhin in drei Klassen pro Jahrgang bis zur zehnten Klasse in Haaren unterrichtet. Neu ist dabei allerdings, dass die Jahrgänge fünf und sechs jeweils integrativ, also gemeinsam unterrichtet werden müssen. Das sei mittlerweile europaweit Standard, sagt Florack.

Die Ausgestaltung des Unterrichts ab der Klasse sieben, also ob die Schüler gemeinsam, nach Leistungsgruppen getrennt oder zum Teil getrennt weiterlernen, bleibt jeder Sekundarschule selbst überlassen. Welches Konzept in Haaren eingeführt wird, steht noch nicht fest. Darüber wollen sich die verantwortlichen Pädagogen gemeinsam mit dem Schulträger, der Gemeinde Waldfeucht, in den kommenden anderthalb Jahren Gedanken machen. „Wir haben die Einführung der Sekundarschule bewusst erst für das Schuljahr 2013/14 geplant, damit genügend Zeit bleibt, sich auf die Veränderungen einzustellen und ein ausgewogenes Konzept zu erarbeiten”, sagt Willi Florack.

Beste Möglichkeiten

Eine weitere Neuerung ist, dass die Schule verpflichtend zumindest einen Kooperationsvertrag mit einer Einrichtung mit gymnasialer Oberstufe abschließen muss. Dieser Partner ist dann verpflichtet, die Absolventen der Sekundarschule nach der zehnten Klasse aufzunehmen.

„Wir planen sogar, mit drei anderen Schulen zu kooperieren. Einem Gymnasium, einer Gesamtschule und einem Berufskolleg. Damit möchten wir sicherstellen, dass unsere Schüler die besten Möglichkeiten für einen individuellen Schulabschluss erhalten”, betont der Schulleiter.

Und schließlich muss die Sekundarschule verpflichtend im Ganztagsbetrieb geführt werden. „Wir hatten schon im Konzept der Verbundschule festgehalten, diese mittelfristig in eine Ganztagsschule umzuwandeln. Der Schulkonsens hat uns beim Vorantreiben dieses Projektes sozusagen in die Karten gespielt”, sagt Florack.

Voraussetzungen vorhanden

Der Schulleiter ist optimistisch, dass der Übergang zur Sekundarschule reibungslos funktionieren wird. Die Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb seien mit dem Bau der Mensa weitgehend vorhanden, und auch für die gehobenen Ansprüche des Unterrichts mit gymnasialen Standards sei die Schule mit zwei Informatikräumen, einem neu gestalteten Technikraum, Sporthalle und Schwimmbad bestens gerüstet.

Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit an der Haarener Einrichtung seien neben Lesen, Schreiben und Rechnen vor allem Musik, Sport und Kunst. So spiele etwa jeder der 420 Schüler zumindest ein Instrument. „Darauf legen wir auch weiterhin wert”, betont der Pädagoge.

Von der Idee einiger Waldfeuchter Ratsleute, den Ganztagsbetrieb schon im kommenden Schuljahr einzuführen, hält Florack nichts. „Die Lehrerkonferenz hat den Vorstoß einstimmig abgelehnt, und auch die Schulkonferenz war mehrheitlich dagegen”, sagt er. „Wir möchten ein klaren Schnitt, um die Eltern und Schüler nicht zu verunsichern.”

Wichtig ist ihm auch die Feststellung, dass die Neuanmeldungen für das kommende Schuljahr in der Verbundschule unterrichtet werden, und zwar bis zum Abschluss der zehnten Klasse. Die Sekundarschule werde, wie zuvor die Verbundschule, jahrgangsweise eingeführt.

Das heißt, die derzeitigen Klassen fünf bis sieben bleiben im Verbundschulbetrieb. Auch den Ganztagsbetrieb wird es für sie nicht geben. „Dafür bieten wir aber jetzt schon in den Klassen fünf bis sieben eine vom Land finanzierte Nachmittagsbetreuung bis 14.45 Uhr an, die rege genutzt wird.”

Florack ist überzeugt, dass Waldfeucht mit der Sekundarschule für die Zukunft bestens gerüstet ist: „Ich sehe keine Alternative. Als Hauptschule allein hätten wir keinen Bestand gehabt, und für eine Gesamtschule sind wir zu klein. Wir werden niemals eine Mammutschule, wir werden immer familiär bleiben.”
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