Sehr viel Licht und wenig Schatten bei der VHS

Von: disch
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Esther Bejarano, eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters im Vernichtungslager von Auschwitz, mit ihrer Band Microphone Mafia: Am 27. September sollen sie bei einer VHS-Veranstaltung in der evangelischen Kirche in Heinsberg an der Erzbischoff-Philipp-Straße auftreten. Foto: imago/Future Image
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Ronald Brautigam: Mit dem Pianisten, der als einer der bekanntesten Musiker der Niederlande gilt, wird am 25. September in der Erkelenzer Stadthalle die neue Saison der Meisterkonzerte eröffnet. Foto: Marco Borggreve

Kreis Heinsberg. Sehr viele positive Nachrichten konnte Franz Josef Dahlmanns, Dezernent in der Kreisverwaltung und Leiter der ­Anton-Heinen-Volkshochschule, dem VHS-Kuratorium bei einer Sitzung unter Vorsitz von Dr. Christiane Leonards-Schippers (CDU) im Heinsberger Kreishaus präsentieren.

Zwar wurde mit insgesamt 24.001 Teilnehmern im Weiterbildungsjahr 2016/2017 die vor einem Jahr aufgestellte Rekordmarke von 24 299 Teilnehmern knapp verpasst – „eine ganz normale Schwankung auf hohem Niveau“, so Dahlmanns. Aber beim Ausblick auf 2017/2018 konnte der VHS-Chef mit dem Verweis auf 1673 Veranstaltungen dann doch gleich wieder einen neuen Höchststand verkünden.

Eine Rekordzahl war auch mit Blick auf die Meisterkonzerte in der Erkelenzer Stadthalle zu vermelden: Erstmals gab es mehr als 300 Abonnenten. Angesichts der Tatsache, dass es vor zehn Jahren noch Sorgen um den Fortbestand dieser Reihe gegeben habe, sei dies eine „sehr, sehr erfreuliche Entwicklung“, sagte Dahlmanns. Zum Auftakt der neuen Saison wird gleich beim ersten Meisterkonzert am 25. September ein Höhepunkt geboten: Pianist Ronald Brautigam, der als einer der bekanntesten Musiker der Niederlande gilt, präsentiert ein Programm unter dem Titel „Wien um 1900“. Dieses Konzert ist zugleich der Beitrag der VHS zu einem kleinen Klavierfestival im Kreis, das in Kooperation mit der Jugendmusikschule Heinsberg und con brio, den Freunden der Kammermusik aus Hückelhoven, organisiert wird.

Für die Interkulturelle Woche im Kreis kündigte Dahlmanns ein Konzert mit Esther Bejarano, einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters im Vernichtungslager von Auschwitz, an: Mit ihrer Band Microphone Mafia soll sie am 27. September in der evangelischen Kirche in Heinsberg auftreten.

„Wir wollen was Neues machen!“ Mit diesen Worten sprach der VHS-Leiter die neue Kooperation mit dem Chor 77 aus Hückelhoven an, die einen Einstieg in den Chorgesang ermöglichen soll.

Ausverkaufte weitere Konzerte und Vorstellungen vom Kellertheater, sehr beliebte Kreativangebote, eine neue Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt in Wegberg bei EDV-Seniorenkursen... Dahlmanns hatte viel Positives zu berichten, aber er verschwieg auch nicht, dass der bundesweit bereits seit mehreren Jahren zu beobachtende „Schrumpfungsprozess“ bei Sprachkursen nun erstmals auch den Kreis Heinsberg erreicht habe. Die meisten Kurse würden zwar zustande kommen, aber mit weniger Teilnehmern pro Kurs. Eine der Konsequenzen: Im neuen Weiterbildungsjahr sollen kürzere Kursangebote im Sprachenbereich aufgelegt werden. Auch mehrere Kurse mit Online-Begleitung sind geplant.

Zu den neuen Angeboten im Programm für 2017/2018, das Mitte Juli sowohl in gedruckter Form (Auflage: 25 000 Exemplare) erscheinen als auch im Internet freigeschaltet werden soll, gehört ein Kurs, der eine „Einführung in die Archäologie“ verspricht. Die VHS will mehr Tagesfahrten auch mit wirtschaftlichen und politischen Schwerpunktsetzungen realisieren.

Die VHS ist weiter stark engagiert in der Integrationsarbeit. Aktuell laufen 13 Integrationskurse mit 250 Teilnehmern. Wenn nun in Kürze drei weitere Kurse eingerichtet werden, laufen 16 Kurse gleichzeitig– mit insgesamt mehr als 300 Teilnehmern. Im Vergleich zum Vorjahr, als es gerade einmal neun Kurse gab, also ein sehr starker Anstieg. Die VHS genieße einen hervorragenden Ruf im Bereich der Integrationskurse und stehe für qualitativ hochwertigen Unterricht, so Dahlmanns. Die VHS sehe sich da – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – in der Gesamtverantwortung, zeitnah Kurse einzurichten und Wartezeiten zu verkürzen.

Ein Problem, das Dahlmanns ansprach, ist die Gewinnung von geeigneten Kursleiterinnen und Kursleitern, die erforderlich seien, um das umfangreiche Programm aufrechtzuerhalten. „Es ist sehr, sehr schwierig geworden“, so Dahlmanns. So sei der „Facharbeitermangel“ in gewisser Weise auch bei der VHS angekommen. Die Attraktivität der Dozententätigkeit zu erhöhen, dies ist denn auch ein Thema eines Zukunftsworkshops unter Koordination von Dr. Ulla Louis-Nouvertné mit der zentralen Fragestellung: „Wie soll das Image der VHS des Kreises Heinsberg in der Zukunft sein?“

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