Sechs Menschen sterben auf Straßen im Kreis Heinsberg

Von: Daniel Gerhards
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Mehr Verletzte, weniger Tote: Laut Polizei bleibt zu hohe Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache. Ingesamt kamen 892 Menschen im Straßenverkehr zu Schaden. So wie bei diesem schweren Crash im Juli in Geilenkirchen-Königshof. Foto: G. Schmitz, D. Gerhards, stock/J. Tack/O. Wagner

Kreis Heinsberg. Eine Zahl sticht deutlich aus der Verkehrsunfallstatistik heraus: Im Jahr 2014 sind auf den Straßen im Kreis Heinsberg sechs Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr getötet worden. Das sei ein historisch niedriger Wert, sagt Rainer Kaliske, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde.

Im Jahr 2013 waren es noch neun Tote. Auch deshalb bewertet Kaliske die Zahlen im Großen und Ganzen positiv.

Die Gesamtzahl der Unfälle hat sich allerdings um 219 auf 6770 erhöht. Angestiegen ist auch die Zahl der Unfälle mit verletzten oder getöteten Personen. Sie stieg um 39 auf 892. Die Stadt Heinsberg liegt im Kreis was die Zahl der Unfälle „mit Personenschäden“ angeht vorne. Dort gab es 205 solcher Unfälle, in Erkelenz waren es 144, in Hückelhoven 127, in Geilenkirchen 101. Eine schlüssige Erklärung, warum gerade in Heinsberg so viele Menschen verletzt werden, hat Kaliske nicht.

Hauptursache für Unfälle mit verletzten oder getöteten Menschen ist weiterhin zu hohe Geschwindigkeit. Rückläufig sei der Einfluss des Alkohols. Dafür gebe es immer mehr Unfallverursacher, die Drogen konsumiert haben. „Wir stellen fest, dass mittlerweile mehr Verkehrsteilnehmer unter Drogeneinfluss als unter Alkoholeinfluss stehen“, sagt Kaliske.

Bei einem relativ großen Anteil der Unfälle sei die Ursache hingegen ungeklärt. Kaliske geht davon aus, dass sich Auto-, Lkw- und Radfahrer in diesen Fällen oft von ihrem Smartphone ablenken ließen. Dagegen wollen die Beamten verstärkt vorgehen.

Junge Menschen sind im Kreis immer sicherer unterwegs. Die Zahl der verunglückten 18- bis 24-Jährigen ist auf 202 gesunken. Das ist der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Die Polizei registriert auch, dass die Unfallflucht zunimmt. 1505 Verkehrsteilnehmer flüchteten im vergangenen Jahr vom Unfallort. Die Zahlen sind kontinuierlich gestiegen. Und das nicht nur bei kleinen Remplern, sondern auch bei großen Sachschäden, sagt Kaliske: „Dafür habe ich kein Verständnis.“ Die Polizei könne allerdings viele dieser Flüchtigen schnappen. Die Aufklärungsquote liegt bei 46 Prozent. Wenn Personen zu Schaden kommen, werden sogar 69 Prozent der Unfallverursacher gefasst.

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