Kreis Heinsberg - Schwester Svitlana leistet in der Region Sozialbetreuung

Schwester Svitlana leistet in der Region Sozialbetreuung

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Kreis Heinsberg. Schwester Svitlana von den Steyler Missionsschwestern ist in der Region Heinsberg Ansprechpartnerin für die Wanderarbeiter sowie die Betreuungs- und Pflegekräfte aus dem osteuropäischen Raum, die in Privathaushalten deutscher Familien beschäftigt sind.

„Wir sind froh, dass sie diese Sozialbetreuung leistet“, erklärten Betriebsseelsorger und Pastoralreferent Johannes Eschweiler und Lutz Braunöhler, Vorsitzender des Katholikenrates für die Region Heinsberg, bei einem Gespräch im Arbeitslosenzentrum des Vereins Amos in Oberbruch.

Mit ihr falle eine sprachliche Barriere, da sie neben deutsch und englisch vor allem auch russisch und polnisch spreche. Schwester Svitlana bringe die Frauen zusammen, damit sie sich austauschen könnten. Zudem organisiere sie Deutsch-Sprachkurse, finanziert über den Migrationsfonds des Bistums, damit Konflikte im Alltag bedingt durch Unkenntnis der Sprache vermieden werden könnten. „Desto besser jemand deutsch spricht, desto besser können die Regelungen mit der Familie, wo betreut werden soll, ausgehandelt werden“, betonte Schwester Svitlana.

Vielfach herrscht Angst

Grundsätzlich sei es schwierig, Kontakt zu den Menschen zu bekommen. Sie habe festgestellt, dass vielfach Angst herrsche. Denn viele der Frauen seien in einem ungesicherten, ungeregelten und fragwürdigen Arbeitsverhältnis beschäftigt.

Aus Gesprächen mit den Frauen weiß Schwester Svitlana, dass einige Frauen rund um die Uhr für die zu Betreuenden da und manches Mal sogar zusätzlich noch in der Hausarbeit eingespannt seien. „Das Arbeitszeitgesetz gilt aber auch hier sowie der gesetzliche Mindestlohn oder die entsprechende tarifvertragliche Regelung“, stellte Pastoralreferent Eschweiler klar. Es müsse alles dafür getan werden, dass die osteuropäischen Frauen ein ordentliches und geregeltes Beschäftigungsverhältnis erhalten würden. Zwischen den Familien und den Betreuungskräften müssten vertragliche Regelungen zum Arbeitseinsatz, den Aufgaben und den Zeiten vereinbart werden.

Natürlich gebe es auch viele Leute, die den legalen Weg suchen würden, eine Person einzustellen, so Schwester Svitlana. Sie würden sich oft an eine Agentur wenden im guten Glauben, dass dann alles geregelt sei. Doch nicht alle dieser Agenturen würden gut betreuen, wusste sie aus Gesprächen zu berichten. Grundsätzlich sei die Situation der Frauen oft nicht einfach. Viele kämen wegen einer finanziellen Notsituation nach Deutschland und müssten ihre Familie im Herkunftsland zurücklassen und würden an vielen Problemen zum Beispiel der Kinder nicht mehr teilhaben können. In Deutschland kämen sie in eine ihnen unbekannte Familie.

„Die Frauen leben in zwei Realitäten, sind Mitglieder von zwei Familien“, erklärte Eschweiler. Deshalb sei er froh, dass Schwester Svitlana als Ansprechpartnerin da sei. Sie stehe den Frauen begleitend zur Seite und könne gegebenenfalls Wege aufzeigen, wie sie zu ihrem Recht kämen. So könnten sich die Frauen an die Beratungsstelle des Projektes vom Deutschen Gewerkschaftsbund unter dem Titel „Faire Mobilität“ wenden. Ein weiteres Beispiel für eine gerechte Vergütung der Pflegekräfte sei „Caritas 24“. Da gebe es klare Vorgaben. Die osteuropäischen Kräfte seien sozialversicherungspflichtig beschäftigt, seien gemeldet und würden betreut. Zudem werde auch danach geschaut, wie die familiäre Situation im Herkunftsland sei.

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