Schwellenängste bei der „Education” abbauen

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Bei der achten Auflage der Education: Hunderte Schülerinnen und Schüler informierten sich am Donnerstag in der Heinsberger Stadthalle über Ausbildungsberufe. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Zufrieden hat AOK-Regionaldirektor Herbert Löscher am Donnerstag nach der achten Auflage der AOK-Berufsstartermesse Education Bilanz gezogen. Hunderte Schülerinnen und Schüler hatten wieder den Weg in die Heinsberger Stadthalle gefunden.

Die meisten der jungen Besucher kamen im Klassenverbund mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, aber auch interessierte Eltern mit ihren Kindern waren in der Begegnungsstätte zu sehen. Sie alle hatten die Möglichkeit, sich von den 34 Ausstellern über mehr als 100 verschiedene Ausbildungsberufe informieren zu lassen.

Auch wenn in der Mittagszeit der Besucherstrom abebbte, so wurde diese ruhigere Zeit für noch intensivere Gespräche genutzt worden, hatte Löscher von den beteiligten Firmen, Verbänden und Institutionen erfahren. Alles in allem wertete er die Veranstaltung, die vom Zeitungsverlag Aachen wieder als Medienpartner begleitet wurde, als Erfolg. Eine erneute Berufsstartermesse im Jahr 2011 sei für die AOK auf jeden Fall denkbar.

„Auszubildende aus dem Kreis Heinsberg müssen mobil bleiben.” Mit dieser Aussage machte Hans-Helmut Lehmkuhl von der Agentur für Arbeit in der Gesprächsrunde zum Auftakt der Education auf einen Nachteil im Ausbildungsmarkt für den Kreis Heinsberg aufmerksam. Im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Aachen, der für die Städteregion Aachen sowie für den Kreis Heinsberg zuständig ist, sei das Verhältnis von Ausbildungsplatzangeboten und Anfragen zwar im vergangenen Jahr ausgeglichen gewesen. In der Stadt Aachen habe es sogar etwa doppelt so viele Plätze gegeben wie Bewerber. Im Kreis Heinsberg dagegen hätten 1000 Stellen etwa 1700 Bewerber gegenübergestanden, betonte er.

Regionalredakteur Dieter Schuhmachers, Moderator der Veranstaltung, begrüßte zu der Eröffnungstalkrunde auch AOK-Regionaldirektor Herbert Löscher und Landrat Stephan Pusch. „An Bildung sparen, würde heißen, am falschen Ende zu sparen”, bezog Pusch ganz deutlich Position für eine Förderung der Bildungschancen junger Menschen im Kreis Heinsberg.

Anfang Juni werde es mit dieser Zielsetzung eine kreisweite Konferenz aller Schulträger geben. „Wir werden damit unsere Energien für die Bildung noch stärker bündeln, als dies jetzt schon der Fall ist”, so Pusch. Am 1.Juni soll das Ergebnis des Gutachtens zur kreisweiten Schulentwicklungsplanung bei einer Veranstaltung in Hückelhoven vorgestellt werden.

Ein großes Kompliment hatte der Landrat für die 34 Aussteller der Messe mitgebracht. „Sie machen das, was eigentlich noch viel mehr Unternehmen machen müssten”, sagte er. In den kommenden Jahren würden 20 Prozent weniger Kinder eingeschult. Deshalb sei es wichtig, offensiv auf die Schulabgänger zuzugehen. „Wer die Fachkräfte für morgen haben will, muss sie heute ausbilden”, pflichtete ihm Lehmkuhl bei. Löscher stellte ein neues Ausbildungsprojekt der AOK vor. So hätten künftig junge Menschen die Möglichkeit, eine Ausbildung als Sozialversicherungsfachangestellte zu absolvieren und zugleich Gesundheits- und Sozialmanagement an einer Fachhochschule zu studieren.

Über dieses Angebot informierten sich die Schülerinnen und Schüler ebenso wie über die vielen anderen vorgestellten Berufe. Hinzu kamen Informationen in weiteren Talkrunden im Foyer und auf der Bühne im großen Saal sowie beim Bewerbungstraining der AOK im Seminarraum der Stadthalle.

Als gute Übersicht für die Schüler lobte Christel Rhyßen, Lehrerin an der Hauptschule In der Schlee in Hückelhoven, das Angebot der Education. Er habe mittlerweile sechs Auszubildende über die Messe in den Betrieb geholt, so Peter Prepols von Gebäudereinigung Spelters. „Keine zehn Prozent der Jugendlichen haben doch sonst eine Vorstellung davon, was hinter dem Beruf des Gebäudereinigers steckt”, lobte er die Möglichkeit, Besuchern direkte Einblicke geben zu können. Alten- und Pflegeheime seien der am schnellsten wachsende Markt in Europa, dennoch gebe es immer noch Schwellenängste, dort zu arbeiten, ergänzte Marcel Ballas, Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime St. Josef. Die Education helfe, diese Ängste abzubauen.
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