Schweinehalter: „Wirtschaftlich geht es endlich bergauf...“

Von: disch
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Im Kreis Heinsberg gibt es insgesamt 41.709 Schweine in 145 Betrieben. Foto: imago/BildFunkMV
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Heinsberger Schweinetag: Rudolf Hilgers, Vorsitzender vom Verein zur Förderung der Schweineproduktion, und Kreistierzuchtberaterin Jessica van Sloun begrüßten Bauer Willi alias Dr. Willi Kremer-Schillings (rechts). Foto: Koenigs
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Heinsberger Schweinetag: Rund 170 Gäste waren am Mittwoch ins ­Hilfarther Haus Sodekamp-Dohmen gekommen. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Wirtschaftlich geht es nach zwei Katastrophenjahren endlich wieder bergauf, politisch bleibt es extrem schwierig, aber nicht unlösbar “, sagte Rudolf Hilgers, Vorsitzender vom Verein zur Förderung der Schweineproduktion für den Kreis Heinsberg, am Mittwoch beim Heinsberger Schweinetag im Hilfarther Haus Sodekamp-Dohmen.

„Wir als Schweinehalter sind ausgebildete Kampfschwimmer im freien harten Markt“, formulierte der Vorsitzende. Im Verhältnis dazu hätten die geschätzten Kollegen der Milchviehhaltung nach dem Wegfall der Quote „soeben das Seepferdchen bestanden“, so Hilgers weiter. „Vielleicht könnten sie im Umgang mit stark schwankenden Erzeugerpreisen das eine oder andere von uns Schweinehaltern lernen.“

Ganz sicher sei er aber, dass die Schweinehalter sich die Milchviehhalter „als Vorbilder in Sachen Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit nehmen sollten“. Die Schweinehalter sollten die Strategie der leisen Töne vielleicht überdenken und selbstbewusster als in der Vergangenheit agieren.

Brennende Themen und Problemfelder gebe es reichlich, stellte der Vorsitzende fest. Die Initiative Tierwohl finde beim Lebensmitteleinzelhandel viel zu wenig Resonanz, kritisierte er. Wegen unzureichender Bereitschaft des Handels, genügend Finanzmittel ­bereitzustellen, hätten nur rund 50 Prozent der Schweinehalter an diesem wegweisenden Programm teilnehmen können.

Kritik am Landwirtschaftsminister

Anstatt diese mühsam mit Beteiligten der Lebensmittelbranche auf die Beine gestellte Initiative zu stärken, falle dem Bundeslandwirtschaftsminister nichts Besseres ein, als ein weiteres staatliches Tierschutzlabel auszurufen. Ob er damit Erzeugern, Verbrauchern und wahren Tierschützern einen Dienst erweise, sei „mehr als fraglich“.

Ebenso bedauerlich sei die Stellungnahme der Bundesregierung zum Stand der Ferkelkastration: „unausgewogen und fachlich falsch“, lautete Hilgers‘ Urteil. Zu den Themen, die er unter anderem ansprach, gehörten auch die Kastenstandbreite im Deckzentrum und die Freilaufabferkelbucht. Hilgers mahnte eine europaweite Lösung mit ausreichend langen Übergangsfristen an.

Kreistierzuchtberaterin Jessica van Sloun hatte bei der Vereinsversammlung mit Zahlen aufgewartet. Kreisweit werden 41.709 Schweine in 145 Betrieben gehalten: 3603 Zuchtschweine, 17.936 Ferkel bis 30 Kilogramm und 20.170 Mastschweine. 99 der 145 Betriebe würden weniger als 20 Schweine halten.

Mitglied im Verein seien 28 Betriebe: 18 Sauenhalter (mit 42 Ebern und 3183 Sauen), zehn Mastbetriebe und 15 ehemalige Ferkelerzeuger. Die Tierzuchtberaterin blickte auch zurück auf die Heinsberger Höfetour im Selfkant im Juni (samt Ferkelrennen vom Verein) und auf einen Workshop zum Thema „Aufzucht großer Würfe“ im November.

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