Schulsanitäter meistern blutiges Übungsszenario

Von: hewi
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Das Gymnasium in Hückelhoven war der Schauplatz des regionalen Schulsanitages vom DRK-Landesverband Nordrhein. Der in Schulsanigruppen aktive Nachwuchs probte den Ernstfall. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Ein offensichtlich Angetrunkener sitzt am Tisch, aus seiner blutigen Hand ragt eine riesige Glasscherbe, während im Hintergrund weiter laute Partymusik wummert. Ist er ansprechbar oder aggressiv? Welche Maßnahmen werden sofort und welche später eingeleitet? Diese Fragen mussten die Schulsanitäter schnell klären und auch die geeigneten Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.

Und bei der nächsten Station erwartete die jungen Helfer das nächste blutige Übungsszenario in Forum einer nachgestellten Unfallsituation oder sie mussten im Rollstuhl ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Beim regionalen Schulsanitag des DRK-Landesverbandes Nordrhein im Hückelhovener Gymnasium waren Wissen, Einsatzbereitschaft und Teamgeist gefordert. Denn am Ende wurde das Verhalten der Teams genau analysiert und bewertet.

Dazu gehörte auch der Umgang mit den Erste-Hilfe-Materialien, die für alle 16 in und an der Schule aufgebauten Stationen reichen mussten. Musste zum Beispiel Verbandsmaterial nachgeholt werden, bedeutete dies einen Punktabzug. Am Ende konnten sich sechs der 17 Teams für einen Besuch der Jugendrotkreuz-Bildungsstätte in Bad Münstereifel qualifizieren.

„Ziel dieser Treffen ist es, die Jugendlichen in ihrem erlernten Handeln zu stärken und weiter zu schulen”, erklärte der Landesorganisator Maik Kühn. „Die Schüler gehen in ihren Aufgaben auf und erlangen auch mehr Selbstbewusstsein.”

Noch habe man keine Nachwuchssorgen beim Schulsanitätsdienst, doch das Ganztagsangebot an den Schulen bereite dem DRK „einige Bauchschmerzen”, räumte er ein. Denn die Schulungen finden nachmittags statt. Dadurch ergebe sich eine ungewollte Konkurrenz zum Unterrichtsangebot und den Freizeitangeboten der Sportvereine.

Im Landesverband Nordrhein gibt es an rund 350 Schulen Schulsanitäter. Die Gruppen werden von Lehrern freiwillig geleitet und kümmern sich um die Erste Hilfe an den Schulen, suchen Gefahrenstellen in den Schulen und versehen auch auf den Pausenhöfen ihren Dienst.

Ab der siebten Klasse können die Schüler auf freiwilliger Basis beim Schulsanitätsdienst mitmachen. Viele engagieren sich nach ihrer Schulzeit auch weiter beim DRK. Ein positiver „Nebeneffekt”, den auch der DRK-Kreisgeschäftsführer Wilfried Mercks durchaus zu schätzen weiß. „Durch die Ausbildung lernen sie darüber hinaus auch, frühzeitig auf die eigenen Körpersignale zu achten und eigene Erkrankungen auch als solche zu erkennen”, hob er hervor.

Hans Schürgers ist Leiter der Gemeinschaftshauptschule Gangelt. Gemeinsam mit zwei Gruppen der Gangelter Realschule waren seine Sanitäter die einzigen Teilnehmer aus dem Kreis Heinsberg. Seit zehn Jahren gibt es an seiner Schule den Sanitätsdienst, der derzeit aus 13 Schülern besteht.

„Der SSD hat bei uns an der Schule eine sehr positive Entwicklung genommen”, bestätigte Schürgers. Das Engagement der Schüler werde auch von den Ämtern und den niedergelassenen Ärzten vor Ort sehr geschätzt, betont er.

Die Ergebnisse:

Den ersten Platz beim Schulsanitag des DRK-Landesverbandes Nordrhein erzielte der Schulsanitätsdienst der Gesamtschule Derschlag (Kreisverband Oberberg). Auf den weiteren Plätzen folgten hinter dem siegreichen Team das St.-Michael-Gymnasium aus Euskirchen, das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium Bonn, die Realschule Linnich, die Realschule Jüchen und die Katholische Hauptschule Grevenbroich.

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