Schulassistenten setzen Inklusion um

Letzte Aktualisierung:
11802668.jpg
Diskutierten mit den neuen Schulassistenten über deren inklusive Arbeit an den Schulen im Kreis Heinsberg: Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier (l.), Andrea Schwarz (2. v. l.) als engagierte Mutter und Lebenshilfe-Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen (6. v. l.)

Kreis Heinsberg. Sie sind jeden Tag im Einsatz, besuchen mit ihrem Bezugskind den Kindergarten oder die Schule, wenn aufgrund der Behinderung des Kindes der Kita- oder Schulbesuch nur mit Unterstützung möglich ist: Im aktuellen Schuljahr begleiten bereits über 30 Integrationshelfer und Schulassistenten der Lebenshilfe insgesamt 37 Kinder mit Behinderung im Kreis Heinsberg und ermöglichen so die Teilhabe von Kindern mit Behinderung in Kitas und Schulen.

„Der neue Fachdienst der Lebenshilfe, der erst im vergangenen Jahr gestartet und im neuen Lebenshilfe-Center in Oberbruch untergebracht ist, wächst stetig. Die Nachfrage der Eltern nach professioneller Schulbegleitung ist enorm“, erläuterte Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier gemeinsam mit Vorstandsmitglied Hans-Willi Jansen bei der Begrüßung der neuen Schulassistenten im Café Samocca in Heinsberg. „Auf ihnen lastet eine große Verantwortung“, sagte Klaus Meier zum Einsatz der Schulassistenten, „denn sie sind verantwortlich für schulische Förderung und soziale Teilhabe des ihnen anvertrauten Kindes“. Dabei stehe der Schulassistent im Kontakt und in der Auseinandersetzung mit den Eltern auf der einen sowie den Lehren und Schulvertretern auf der anderen Seite. „Und da stehen auch schon einmal unterschiedliche Interessen, aber auch Vorbehalte und Vorurteile im Raum, manchmal auch Sorgen und Skepsis etwa von Lehrern oder Eltern von Kindern ohne Behinderung“, so Jansen.

Andrea Schwarz, deren Tochter mit Behinderung vor rund 15 Jahren im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts eine Regelschule besuchte, berichtete über ihre damaligen Erfahrungen. „Eine Schul­assistenz hätte ich mir neben dem gemeinsamen Unterricht für meine Tochter gewünscht, jedoch war diese Unterstützung damals nicht möglich“, so Andrea Schwarz. Sie freue sich, dass Kinder mit Behinderung im Kontext des Inklusionsprozesses heute in Regelkitas und Regelschulen selbstverständlicher gefördert würden, unterstrich aber, dass Inklusion nicht als Integration falsch verstanden werden dürfe.

„Alle müssen sich für die Teilhabe des Kindes stark machen und öffnen. Der Lehrer muss sich mit dem Thema Behinderung beschäftigen, die Eltern der Kinder ohne Behinderung müssen mitgenommen und informiert werden, um Vorbehalte auszuräumen. Und auch die Eltern der Kinder mit Behinderung müssen neben dem Wohlergehen ihres eigenen Kindes die Herausforderungen für Schule, Lehrer, Eltern und Schülerschaft nachvollziehen.“ Als Mutter und Expertin in eigener Sache diskutierte Andrea Schwarz mit den Schulassistenten über deren Erfahrungen und Herausforderungen in der täglichen Praxis.

„Inklusion von Kindern mit Behinderung ist kein Zustand, den wir eines Tages erreicht haben werden. Inklusion ist ein Prozess, der jeden Tag und von allen Beteiligten gewollt und gelebt werden muss“, resümierte Vorstandsmitglied Heinz-Willi Jansen. „Für Aufklärung, Verständnis, Rücksichtnahme und Teilhabeförderung müssen wir uns gemeinsam engagieren, heute und in Zukunft!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert