Schützen: Kaum Äußerungen zur Entscheidung des BDHS

Von: Anna Petra Thomas
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Bezirksgeschäftsführer Heinz
Bezirksgeschäftsführer Heinz Krings steht hinter der Entscheidung des Bundes der Historischen Deutschen Bruderschaften. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Ein Schützenthema beschäftigt spätestens seit dem Wochenende die Gemüter, und doch will sich so richtig niemand dazu äußern.

Am Sonntag hat der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) bei seinem Verbandstag in Leverkusen mit großer Mehrheit beschlossen, dass es künftig keine homosexuellen Königspaare mehr geben darf, wie es im Münsterland derzeit eines gibt. Schwule Schützenkönige dürfen demnach nicht mehr direkt neben ihrem gleichgeschlechtlichen Lebenspartner auftreten.

Eine Umfragetour durch die Heinsberger Innenstadt brachte zwar am Montag hier und da eine Aussage hervor. Öffentlich dazu stehen wollte aber keiner der befragten Passanten. „Ich bin selbst Mitglied einer Schützenbruderschaft”, sagte etwa eine junge Frau. Privat hätte sie kein Problem damit, aber ob das im Verein auch so wäre, fragte sie sich da selbst. „Das ist zwar nicht normal, aber ich würde es akzeptieren.”

Eine ältere Dame ging da noch weiter: „Das sind für mich auch Menschen. Und keiner hat sich selbst gemacht”, betonte sie und fand die Entscheidung der obersten Schützenbrüder gar nicht gut. Im Gegensatz zu ihrem Mann: „Ich finde das nicht in Ordnung. Das würde mich abstoßen!”, wurde der ganz deutlich, zur Empörung seiner eigenen Frau.

Und dann war da noch eine ganz andere Meinung, nämlich die, das dies alles gar nicht in die Öffentlichkeit gehöre. „Das ist doch eine ganz private Sache. Die beiden könnten doch auch Geschwister sein. Warum muss da das Thema Sexualität so hervorgehoben werden?”, meinte ein Frau mittleren Alters.

Voll hinter der Entscheidung des Bundes steht dagegen Heinz Krings, Geschäftsführer im Bezirksverband Heinsberg, dem insgesamt 22 Bruderschaften in der Stadt Heinsberg und in der Gemeinde Waldfeucht angehören. „Wir sind in einer Demokratie.” Die Mehrheit entscheide, und da müsse man die Meinung der Mehrheit akzeptieren.

„Ich habe nichts gegen Schwule und Lesben, aber man sollte hier alte Traditionen wahren.” Was er mit „hier” meint, wird klar beim Blick auf die zahlreichen Urkunden, die er als hoher Würdenträger, sogar mit Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz, in seinem Büro auf einer Wand vereint hat.

„Ein Königspaar, das ist für mich Mann und Frau”, sagt der 75-Jährige, der seit 1993 im Bezirksvorstand aktiv ist. Aber Traditionen verändern sich doch? „In dem Fall sollte man es aber so lassen”, betont er.

Anderer Meinung ist er dagegen beim Thema Frau in der Bruderschaft. „Wer Mitglied ist, darf König oder Königin werden.” Und doch gibt es immer noch Bruderschaften, in denen Frauen gar nicht Mitglied werden können. „Das ist Blödsinn. Da bin ich ehrlich”, so Krings. Im Bezirksverband habe man vor dem „Problem” eines gleichgeschlechtlichen Königspaares übrigens noch nicht gestanden, „zumindest während meiner Tätigkeit nicht”, sagt er.

Positionen aus der Erklärung des BDHS

„Homosexuelle Schützenbrüder und Schützenschwestern haben in den Bruderschaften ihre Heimat. Sie haben alle Pflichten und Rechte, einschließlich der Möglichkeit, die Königswürde zu erringen”, heißt es in der Erklärung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften(BDHS). „Gleichzeitig gilt: Repräsentanten müssen durch ihr Auftreten zum Ausdruck bringen, dass sie die Grundsätze des christlichen Glaubens mittragen. <(i>

Das öffentliche Auftreten als gleichgeschlechtliches Königspaar ist mit der christlichen Tradition der Bruderschaften nicht vereinbar.” Für den BHDS als katholischem Verband habe das Sakrament der Ehe eine wesentlich tiefere Bedeutung als jede andere Lebenspartnerschaft. „Die traditionelle Ergänzung des Schützenkönigs durch eine Königin oder der Schützenkönigin durch einen König ist Ausdruck dieser Glaubensgrundsätze.”

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